Boardingverfahren

Bruchpilot

Mitglied
Mir kam alles ein wenig übertrieben vor, damit es dramatischer klingt. Ich kenne eben auch Erzählungen, nach denen im Oberdeck Economy-Sitze sind, unter anderem, weil es oben letztlich recht eng zugehen soll. Die erste Klasse befindet sich dann auf dem Hauptdeck, weil da wesentlich mehr Platz zur Verfügung steht. So oder so würde es aus meiner Sicht Sinn machen, mit 3 Brücken an die 747 zu gehen, wenn es denn passt. Sei es nun, um den exclusiven First-Class Gästen einen eigenen Zugang zu geben - auch wenn sie per Limosine zum Flugzeug gebracht werden, müssen sie ja noch irgendwie ins Flugzeug kommen. Und das geht durch so einen "Finger" noch immer am bequemsten. Und wenn oben doch Economy-Plätze sind, dann gehts eben durch 3 Schläuche schneller als durch 2. Angeblich gibt es Airlines, die annähernd oder sogar über 600 Sitze in eine 747-400 gepackt haben - oder ist das auch wieder eine Übertreibung? Wie viele Sitze darf denn die 747-400 zulassungsmässig haben? Beim A380 sinds ja 853 als erlaubtes Maximum, wegen der Evakuierungs-Regel. Wie bequem oder sinnvoll das ist, ist eine andere Frage.

Was meist du denn mit "Bodenleitsystem" ? Taxiways und entsprechende Karten hats ja überall, und fürs zeitgleiche Lesen und Lenken hats ja zwei Leute in Reihe 0 sitzen. Oder gibt es in Frankfurt darüber hinaus zusätzliche technische Einrichtungen?
 
Oberdeck beim Jumbo:

Die Oberdecktüren bei der B744 sind reine NotAUSgänge. Das Andienen einer 'normalen' Passagierbrücke wäre aufgrund des Türmechanismus (öffnet halb nach oben und unten) und aufgrund der starken Neigung des Rumpfes wohl kaum möglich. Ausserdem geht es ja selbst in einer Y-Bestuhlung nur um 'ein paar Hanseln' im Upperdeck.

Viel sinnvoller, allerdings auch mit erheblichem Aufwand verbunden, ist die Möglichkeit durch eine komplizierte 'Finger-über-den-Flügel-Konstruktion' die 4er-Tür mitzubenutzen. Das habe ich aber bisher nur in AMS gesehen.

Rollführung:

Ein Pilot bereitet sich auf den Anflug eines ihm unbekannten Flughafens gründlich vor, durch Studium der Karten oder gar durch ein sog. 'CBT' (Computer-Lern-Programm).

Je unbekannter und größer der Airport ist, desto intensiver muss die Vorbereitung sein. Sich nicht auszukennen ist daher also eine schwache Ausrede um den Weg nicht zu finden. Ausnahme wäre z.B. eine Ausweichlandung auf einem Airport der sonst nicht zum Streckennetz gehört.

Die Kartoffelkäfer kommen in FRA idR nur zum Einwinken (z.B. auf den V150-170 Positionen), zum Absichern von Fahrstraßen oder zum 'Mülleinsammeln' vorbei.

FRA hat natürlich ein Bodenradar (sogar relativ modern - weiß allerdings nicht ob der XPDR Mode S schon im Regelbetrieb verwendet wird) und auch entsprechende Arbeitsplätze für die zugehörigen Lotsen bei 'Ground' oder 'Apron'. Diese haben allerdings nicht die Kapazität alle Flieger zu lotsen, sondern es gibt eine Freigabe, für deren Einhaltung man selbst verantwortlich ist (LH123, Parking Position A11, taxi via Alpha, Hotel, November and Golf).

Das Non-Plus-Ultra in Europa ist LHR mit seinem farbigen Leitsystem, da heißt es (wenn dieses in Betrieb ist) nur 'Follow the Greens, Position 206). Dann werden Abschnittsweise (wie auf einer Modelleisenbahn) die TWY-Centreline-Light sowie Stopbars an- und ausgeschaltet und der Flieger so bis auf die letzten Meter zum Parkplatz gelotst. GENIAL! Wieweit das automatisch läuft oder ob das alles per Dampfmaschine, Schmiermaxe und 10-Köpfiger Bedienercrew funtioniert wollte ich schon immer mal erfahren.

Gruß MAX
 

http://www.airliners.net/photo/Air-New-Zealand/Boeing-747-419/0648939/L/

Dabei wähne ich gerade, ich hätte schon mal eine Brücke am Oberdeck gesehen, habe aber
gerade keinerlei Idee, wo (und kann es demzufolge auch nicht "wieder"finden). Die stärkere
Frage ist natürlich: wozu überhaupt. Für maximal 69 "Mann", die über die Treppe nach oben
müssen, baut wohl kaum ein Flughafen ein Spezialgate, wenn nicht als Prototyp...
 
@Machrihanish -- Nettes Bild, aber es fehlt die Notrutsche.
Um bei der 747-400 oben einsteigen zu können, sollten die Paxe sehr gelenkig sein. Die Notrutsche muss bei hochgefahrener Upperdeck-Door nämlich überklettert werden.
 

Da sinds ja immer noch nur 2 Türen. Wenn ich richtig zähle nr 2 und nr. 4. Wenn man das Boarding beschleunigen will, sollte man ja mindestens 3 Türen nutzen. zB Nr. 1, 2, und 3 - 3 ist näher am Terminal als 4, das sollte unkomplizierter sein. Oder ist das auch wieder nur eine Not-Türe? Wäre es so hochkompliziert, die Türen umzubauen?

Wobei ich noch eine recht einfache Methode hätte, das Boarding zu beschleunigen: Die Boardkarten-kontrolle früher durchführen. Habe ich auch wieder schön beobachten können: Da sitzen 300 und mehr Leute rum, und langweilen sich, bis die Cabincrew bereit ist, und dann beginnt das Baorden, die Paxe werden aufgerufen, stellen sich an, und gehen tröpfchenweise ins Flugzeug, was seine Zeit dauert. Eigentliich könnte man erst die 300+ Boardkarten kontrollieren, und dann die Leute warten lassen. Wenn dann die Kabine soweit ist, können alle wesentlich zügiger einsteigen.
 
Wobei ich noch eine recht einfache Methode hätte, das Boarding zu beschleunigen: Die Boardkarten-kontrolle früher durchführen. Habe ich auch wieder schön beobachten können: Da sitzen 300 und mehr Leute rum, und langweilen sich, bis die Cabincrew bereit ist, und dann beginnt das Baorden, die Paxe werden aufgerufen, stellen sich an, und gehen tröpfchenweise ins Flugzeug, was seine Zeit dauert. Eigentliich könnte man erst die 300+ Boardkarten kontrollieren, und dann die Leute warten lassen. Wenn dann die Kabine soweit ist, können alle wesentlich zügiger einsteigen.

Um dies zu realisieren (was schön wäre..), müsstest du den Bereich um jedes Gate in eine in sich geschlossene Sicherheitszone umwandeln...

Gruss aus ETSF
 
Um dies zu realisieren (was schön wäre..), müsstest du den Bereich um jedes Gate in eine in sich geschlossene Sicherheitszone umwandeln...

Gruss aus ETSF


Warum? Die Sicherheitskontrolle findet bereits beim Betreten des A-Fingers statt, egal ob mein Gate A 1 lautet, A62 oder irgendetwas dazwischen. Einzig die Boardkartenkontrolle, ob ich im richtigen Flieger sitze, findet direkt am Gate statt.
 
Meiner Meinung nach gibt es drei (Sicherheits-)Zonen:
Die erste (unkontrollierte) Zone für alle, die zweite nach der üblichen Sicherheitskontrolle und die dritte NACH der Kontrolle am Gate durch den Barcode oder die "Einsteigerdame".
Durch das gemütliche Überprüfen deiner Bordkarte und der Möglichkeit danach, noch umherzugehen ect., entziehst du dich der dritten Zone....
 
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Meiner Ansicht macht hier nur ein Einsteigen nach der Sitzreihe Sinn. Wenn zuerst die einsteigen die weiter vorne sitzen und ihre Sache erst verstauen, dann ist es doch klar, dass diejenigen, die weiter hinten sitzen warten müssen...

Aber das hat ja nun mit dem urprünglichen Thema nichts mehr zu tun... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe den Eindruck, daß das Einsteigen wesentlich schneller geht, wenn man per Bus zum Fleiger gefahren wird. Der Stau ist auch da die Boardkartenkontrolle, bis alle im Bus sind. Dann fährt der Bus zum Flieger, Türen auf, und alle steigen zügig ein. Und darum denke ich eben, daß es besser wäre, die Boarskartenkntrolle zu verlegen. Man braucht dann für jedes Gate einen eigenen Wartebereich, aber das geht mittlels kleinen Absperrungen, weil es ja keine Sichheitsfrasge ist, sondern nur eine Frage, wer gehört in welchen Flieger.
 
Stimmt.
Aber genau das ist die entscheidende Frage: Wer ist in welchem Flieger und: Hat er auch das Recht dazu, dort zu sein? .....
Die Frage nach der Sicherheit ist ohnehin gegeben.....
 
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Da sinds ja immer noch nur 2 Türen. Wenn ich richtig zähle nr 2 und nr. 4. Wenn man das Boarding beschleunigen will, sollte man ja mindestens 3 Türen nutzen. zB Nr. 1, 2, und 3 - 3 ist näher am Terminal als 4, das sollte unkomplizierter sein. Oder ist das auch wieder nur eine Not-Türe? Wäre es so hochkompliziert, die Türen umzubauen?

Die 3er-Tür beim Jumbo ist mitten über der Wing, da kommst Du mit keiner Brücke ran.

Das Nadelöhr beim Boarding sind nicht die Finger oder die Türen, sondern die Leute die im Gang stehen, ihren Platz suchen, das Handgepäck verstauen oder darauf warten dass jemand aufstehen muss, damit man reinrutschen kann. Insofern muss man versuchen den Weg im Gang von der Tür bis zum Sitzplatz für jeden Passagier zu minimieren.

Daher ist die Lösung mit Tür 2 und 4 bei einem '5-Türer' schon fast ideal, da beim Einsteigen durch die optimale Tür (also näheste zum Sitzplatz) nur die mininmal mögliche Distanz im Gang zurückgelegt werden muss. Bei einem Widebody mit 2 Gängen wird die Sache zusätzlich beschleunigt.

Voraussetzung ist allerdings, das optimal auf die beiden Brücken vorsortiert wird (nicht nur einfach 'Teuer' vorne und 'Billig' hinten) und auch im Flieger schon beinahe Drillmäßig die Paxe in den richtigen Gang verfrachtet werden.

Wobei ich noch eine recht einfache Methode hätte, das Boarding zu beschleunigen [...] Eigentliich könnte man erst die 300+ Boardkarten kontrollieren, und dann die Leute warten lassen. Wenn dann die Kabine soweit ist, können alle wesentlich zügiger einsteigen.

Gab es früher alles schon, z.B. gerade in FRA oder HAM mit den geschlossenen Warteräumen. Leider sind die Airports inzwischen nur noch Einkaufszentren mit Landebahn. Da ein Großteil der Einnahmen durch Provisionen der Geschäfte/Gastronomie im Terminal erzielt wird, sähe man es dort natürlich nur ungern wenn die Paxe die letzten 30 Minuten vor Abflug im geschlossenen Warteraum sitzen. Viel lieber soll man noch kräftig konsumiert werden. Ausserdem ist die Gatebenutzung so natürlich viel flexibler, denn man kann ja nicht an jedes Gate einen Warteraum mit 400 Sitzplätzen für nen Jumbo bauen.

Aber gerade beim Boarding über nur eine Tür ist das Nadelöhr wieder der Gang im Flieger, auch wenn schon alle Dokumente gecheckt sind geht es deswegen nicht schneller wie die regelmäßigen 'Staus' im Finger beweisen.

Das viel größere Problem von spät oder nicht erscheinenden Passagieren ist gerade bei 30 Minuten MCT wie ein MUC, dass oftmals erst kurz vor oder gar nach der planmäßigen Abflugszeit festgestellt wird, dass Gäste fehlen. Dann läuft die ganze Maschinerie an: Gäste an Bord suchen, im Terminal ausrufen, Gepäck ausladen usw.

Solange die EU nicht von der Richtlinie abrückt, dass Gepäck obwohl zu 100% gescreent nicht unbegleitet fliegen darf (während Luftfracht als Beiladung quasi unkontrolliert fliegt), wäre die Wiedereinführung der Warteräume schon vor diesem Hintergrund eine massive Erleichterung, da eine Ausladung selbst bei einem Container-Flieger 10 Minuten dauern kann (von einem vollen Lose-Flieger ganz zu schweigen).

Gruß MAX
 
Ich habe den Eindruck, daß das Einsteigen wesentlich schneller geht, wenn man per Bus zum Fleiger gefahren wird. Der Stau ist auch da die Boardkartenkontrolle, bis alle im Bus sind. Dann fährt der Bus zum Flieger, Türen auf, und alle steigen zügig ein. Und darum denke ich eben, daß es besser wäre, die Boarskartenkntrolle zu verlegen.

In FRA gibts/gabs das auch!

Nach SIN vor 3 Jahren wurden Borkarten abgerissen und dann im separaten Wartenbereich gewartet.
Wer dann noch auf Toilette wollte oder was vom Duty Free brauchte musste dann seinen Bordkartenabschnitt wieder abgeben und durfte nach erfolgtem Identitäsabgleich wieder rein.

Man braucht dann für jedes Gate einen eigenen Wartebereich, aber das geht mittlels kleinen Absperrungen, weil es ja keine Sichheitsfrasge ist, sondern nur eine Frage, wer gehört in welchen Flieger.

ähm.. natürlich ist das eine Sicherheitsfrage!

Dann könnte ja jeder wie er lustig ist über die "kleine Absperrung" springen und das Gepäck alleine fliegen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das übers-Geländer-springen würde aber arg auffallen. Ich meinte damit, es besteht nicht die Gefahr, daß jeamnd von ausserhalb des Wartebereiches verbotene Substanzen reinreichen kann, da auch der, der draussen steht ja schon sicherheits-kontrolliert ist, und damit keine verbotenen Substanzen bei sich haben kann, die er in den Wartebereich schmuggeln könnte/wollte.

Die Brücke zu Tür 4 geht ja auch über den Flügel weg. Warum kann die also nicht an Tür 3 andocken können? Wenn es denn keine reine Nottüre ist. Gut ok, mit Tür 4 hat man eine bessere Verteilung. Aber mit dem Argument wäre es auch gut, doch die obere Türe mit einzubeziehen. Nur daß dazu erstmal die Türen umgebaut werden müssen.
 
Das übers-Geländer-springen würde aber arg auffallen. Ich meinte damit, es besteht nicht die Gefahr, daß jeamnd von ausserhalb des Wartebereiches verbotene Substanzen reinreichen kann, da auch der, der draussen steht ja schon sicherheits-kontrolliert ist, und damit keine verbotenen Substanzen bei sich haben kann, die er in den Wartebereich schmuggeln könnte/wollte.

Wenn du einen Wartebereich für 300 Passagiere hast, dann fällt sowas definitv NICHT auf.
Es sei denn du stellst extra jemanden dafür ab, die Schafe im Auge zu behalten.
 
Solange die EU nicht von der Richtlinie abrückt, dass Gepäck obwohl zu 100% gescreent nicht unbegleitet fliegen darf (während Luftfracht als Beiladung quasi unkontrolliert fliegt), wäre die Wiedereinführung der Warteräume schon vor diesem Hintergrund eine massive Erleichterung, da eine Ausladung selbst bei einem Container-Flieger 10 Minuten dauern kann (von einem vollen Lose-Flieger ganz zu schweigen).

Gruß MAX

Gibt es denn keinerlei Vorgaben von der TSA (oder wer auch immer für sowas in den USA zuständig ist) bzgl. Gepäck alleine fliegen lassen?
 
Wenn du einen Wartebereich für 300 Passagiere hast, dann fällt sowas definitv NICHT auf.
Es sei denn du stellst extra jemanden dafür ab, die Schafe im Auge zu behalten.

Es stehen ja derzeit auch 1-2 LEutchen am Gate-Eingang, und sorgen dafür, daß keiner verfüht einsteigt. Die andere Möglichkeit wären RFID-Chips in der Boradkarte. So kann sich jeder frei im Sicherheitsbereich bewegen, und zB einkaufen, aber wenn er durchs falsche Gate gehen will, leuchten rote Lampen auf. das würde sogar noch Personalkosten sparen.
 
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