Es ist zweifelsfrei richtig, dass die Interessen beim Betreiben eines pünktlichen (!) Hubs mit MCTs im Bereich von 30 bis 40 Minuten und der Wunsch mancher Gäste nach Bummeln im Terminal und Warten in der Lounge oder eine Bar manchmal kollidieren.
Allerdings ist der Großteil der Gäste aufgrund der kurzen Umsteigezeiten garnicht in der Lage, vor einem pünktlichen (!) Weiterflug noch groß Schoppen zu gehen. Vor diesem Hintergrund fand ich auch die Aussage der 'Center Managerin' der FMG in der letzten AERO Intl
'Die Flieger am T2 werden so geparkt werden, dass die Paxe am für Sie 'richtigen' Laden vorbeikommen' (also der Russe am Uhrenladen usw.) völlig weltfremd. Dazu hat ohnehin keiner Zeit mit einem knappen Anschluss und in der tatsächlichen Positionsvergabe überwiegen zum Glück noch die operationellen Aspekte und Notwendigkeiten.
Tagtäglich läuft es aber so, dass erst ungefähr zur Abflugszeit festgestellt wird, dass Gäste mit eingechecktem Gepäck nicht an Bord sind. Dann sind idR die Abfertigungsgeräte schon abgezogen, d.h. es müssen die Bänder bzw. Highlifter wieder angefahren werden, Container werden ausgeladen oder der Halbe Frachtraum muss bei Losebeladung durchsucht werden.
Bis alle Türen wieder zu sind und der Flieger fertig zum Pushback ist, vergehen schnell 10 Minuten, oftmals mehr und wenn dann noch der Slot flöten gegangen ist gibt es nach oben fast kein Limit. Für uns heißt das dann, dass man oftmals für den Rest des Tages dem Schedule hinterher hechelt und jeweils 'Vollgas' fliegen muss im vergeblichen Versuchen, einzelne Minuten wieder reinzuholen. Dabei kann ein A320 pro Flugstunde gerade mal 2 Minuten wieder aufholen und verballert dafür 200 kg mehr Sprit.
Da sich eine Umlaufverspätung aus diesem Grund oftmals den ganzen Tag auswirkt, sind dann auch andere 'unschuldige' Gäste wie Du 2 oder 4 Legs später davon betroffen und erreichen dann wiederum ihre Anschlussflüge nicht. Von daher verstehe ich zwar grundsätzlich Deinen Wunsch nach 'Freier Wahl des Aufenthaltsorts'

, fände aber ein wenig mehr Verständnis für die operationellen Aspekte begrüssenswert.
Nachdem alle Airlines massiv lobbyisieren, ist u.U. damit zu rechnen dass 2010 die Vorschriften für das Befördern von unbegleitetem Gepäck (sofern nach EU-Richtlinien gescreent) gelockert werden. Spätestens dann werden sich einige 'wichtige' Herrschaften sauber umschauen, denn läuft das beispielhaft eher so:
2 Gäste sitzen nach dem 3. und letzten Aufruf ihrese Fluges immer noch vor einem vollem Weißbier in der Bar. Sagt der eine 'Du, ich glaube wir sollten dann mal...'. Darauf der anderen 'Nööö wieso - wir haben doch Gepäck aufgegeben. Die warten schon auf uns'.
Auf den Tag an dem Herr Dr. Oberwichtig und sein Kollege dann mit langem Gesicht am Gate stehen, um ihrem Flieger beim Pushback zuzuschauen freue ich mich schon sehr. Wenn dann aus dem Cockpit einer zum Abschied winkt, wisst Ihr ja wer es ist :bye: Sag zum Abschied leise '
AIRBUS'
Gruß MAX