Die südkoreanische Untersuchungsbehörde hat in einem Zwischenbericht festgestellt, dass der Absturz der B737-800 der Jeju Air auf dem internationalen Flughafen Muan möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass der Pilot nach einem Vogelschlag irrtümlich das falsche Triebwerk abschaltete.
Die Ergebnisse, die den Angehörigen der Opfer bei einer Besprechung am 19. Juli 2025 auf dem Flughafen Muan vorgestellt wurden, zeigen, dass der Flugkapitän irrtümlich das linke Triebwerk, welches zu diesem Zeitpunkt normal funktionierte, anstelle des rechten Triebwerks, das durch einen Vogelschlag beim Landeanflug schwer beschädigt worden war, abschaltete.
Sowohl die Flugdaten als auch die Sprachaufzeichnungen aus dem Cockpit weisen darauf hin, dass der Flugkapitän die Anweisung gab, „Triebwerk Nummer zwei abzuschalten“, womit er das beschädigte rechte Triebwerk meinte. Die Ermittler stellten jedoch fest, dass stattdessen der Schalter für die Treibstoffabschaltung des linken Triebwerks betätigt worden war. Der Pilot betätigte daraufhin den Feuerlöscher des linken Triebwerks und verhinderte so dessen Wiederanlauf.
Beide Triebwerke wurden im März 2025 zu einer eingehenden Untersuchung nach Frankreich geschickt, die bestätigte, dass das linke Triebwerk keine mechanischen Probleme aufwies und seine elektronischen Systeme normal funktionierten.
Die Angehörigen der Opfer protestierten heftig gegen die Schlussfolgerungen und argumentierten, dass die Untersuchung kritische Fragen außer Acht lasse. Ein offizieller Termin zur Veröffentlichung des Zwischenberichts wurde daraufhin von den Behörden wieder abgesagt.