Preiswerter Fliegen mit Lufthansa wäre sicherlich eine bessere Aussage gewesen, als Lufthansa wird zum Billigflieger. Ein Marketing-Gau ist es aber glaube ich nicht (man könnte es aber fast vermuten).
Preiswerter darf Lufthansa aber auf jeden Fall werden - gerade in Deutschland. Ich möchte dies kurz erklären: Wenn ich von München nach Seoul fliege, dann zahle ich wesentlich mehr, als wenn ich von Seoul nach München fliege. Warum das Businessclass-Ticket von München fast die Hälfte mehr kostet als in Seoul habe ich bisher nicht verstanden. Es ist aber so. Deshalb fliege ich nach Korea oder Japan immer in der Eco (da kann man es auch ganz gut aushalten, zumindest ist das Publikum hinten meist interessanter als ganz vorne), nach Deutschland aber sitze ich dann gerne in der C-Klasse oder höher (und flirte mit der Stewardess).
Auch wenn Donnergeräusch viel in der Business Class oder höher durch die Welt fliegt: Er achtet auch auf die Kosten! Das liegt daran, dass es sich erstens um die Kosten seines eigenen Betriebes handelt und zweitens, dass unsere Kunden elitäre Flugkosten nicht unbedingt erstatten.
Innerdeutsch und europäisch fliegen wir fast immer hinter dem Vorhang, also in der Eco. Wir buchen zuerst fast immer den billigsten Tarif, der noch umbuchbar ist gegen eine Gebühr. Es kommt dann schon häufiger vor, dass wir umbuchen müssen - weil wir entweder früher nach Hause wollen oder erst später nach Hause dürfen, je nachdem wie lange der Termin nun gedauert hat. Meist betrifft es die Rückflüge: Dann zahlen wir 50 Euro Umbuchungsgebühr zusätzlich, und notfalls den Aufpreis in die nächst höhere Buchungsklasse. Trotz der Gebühren und Aufschläge fliegen wir so schon heute viel billiger, als wenn wir ein felxibles Eco- oder Business Ticket kaufen würden - also vornehm ausgedrückt: wir fliegen preiswerter! nicht billiger!
Ich bin wirklich sehr froh, dass wir ein echter Kleinbetrieb sind. Da gibt es zum Glück keine Reisekostenrichtlinie (ich kenne das Problem aber von vielen anderen, die in Grossunternehmen arbeiten). Unsere ungeschriebene Regel: Wir versuchen immer preiswert zu Reisen, und meist klappt das auch. Und wenn ein Versuch mal daneben geht, ist das auch keine Tragödie. Selbst unsere Kunden haben dann Verständnis, wenn ein Flug oder ein Hotel mal teurer geworden ist. Wenn ein Hotel wie das Waldorff Astoria in New York gerade wegen der Wirtschaftskrise viele Sonderangebote hat, dann heisst es einfach "zuschlagen": Wann sonst kann man für 150 Euro in diesem Hotel nächtigen, wenn nicht zu dieser Wirtschaftskrisenzeit? Das ist wenigsten ein Vorteil dieser Krise. Ich bin mir schon bewusst, dass solcher Reiseluxus nur in einem Kleinbetrieb geht, wo die Entscheidungswege wirklich kurz sind.
Zum Flugkomfort: Auf kurzen Strecken brauche ich keinen grosszügigen Sitz, keine Mahlzeit und auch kein Getränk (naja, Wasser ist schon ganz gut). Auf kurzen Strecken brauche ich meinen Stern, Spiegel, Focus oder die Wirtschaftswoche. Falls die Lektüre fehlt, brauche ich alternativ einen interessanten Sitznachbar. Und wenn es den (meist) nicht gibt, dann alternativ einen guten Ausblick aus dem Fenster mit interessanten Wolken, schönen Landschaften oder wenn es nacht ist, die Lichter einer Großstadt! Donnergeräusch ist ein Genussflieger und hätte besser Pilot werden sollen, die immer so schöne Sonnenauf- und Untergänge erleben können. Dafür beneide ich bis heute alle Piloten - egal, ob sie für Lufthansa, für AirBerlin oder für Ryanair fliegen.
So, jetzt höre ich auf zu schreiben, sonst schreibe ich gleich noch darüber weiter, warum ich im Flugzeug nie arbeite und es auch nie tun werde (und das hat nichts mit hübschen Stewardessen oder hübschen Aussichten aus dem Fenster zu tun, sondern eher mit der Konzentration und Aufmerksamkeit). Und schliesslich geht es in diesem Thread (was ist eigentlich das deutsche Wort dafür?) ja nicht um Konzentration (konzentrieren müssen sich die Piloten), sondern es geht darum, ob Lufthansa nun ein Billigflieger wird oder nicht.