Lufthansa wird zum Billigflieger?

Die LH Aussagen von den LCC's ein paar Dinge 'übernehmen' zu wollen, empfinde ich auch als unglücklich. LH müsste sich über danach mutierende Schlagzeilen eigentlich bewusst sein... Heute recherchiert doch kaum noch einer sauber und hinterfragt diese Statements.
Offenheit sowie Deutlichkeit im LH Interview in allen Ehren, aber hierbei habe ich ebenso Zweifel bekommen...:think:

Ich denke in Teilen war die Aussage nicht sehr glücklich. Aber die paar Dinge aus dem LCC-Segment sind m.E. ziemlich bewußt gewählt worden. So wächst der Druck auf die Belegschaft (Bezahlung, Arbeitszeiten usw.) genauso wie auf die Unternehmensführung. Und das in einigen Bereichen eingespart werden muss, ist ja hinlänglich bekannt durch diverse Statements der GF. ;)
 
Eines ist jedenfalls klar, Lufthansa muss und wird sich in Teilen verändern.

Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit...;)
 
Ich vermute mal, dass man sich in Richtung der Swiss-Bestuhlung bewegt:
LX A319: 138 Sitzplätze
LX A320: 168 Sitzplätze
LX A321: 200 Sitzplätze

Haben die LX Airbuss eigentlich die gleichen Sitze wie die LH Airbusse, oder sind das schon Sitze mit den dünneren Lehnen?
Lufthansa und Swiss haben Sitze derselben Produktgruppe (3510) von Recaro. Swiss hat aber, wenn ich mich nicht täusche, die SL3510 mit der dünneren Lehne, leichterem Gestell usw. angeschafft. Die neue Kabine auf der Mittelstrecke schnitt in unabhängigen Kundenbefragungen sehr gut ab. Es dürfte aber hinsichtlich der Kosten für ein Redesign der Kabine sicherlich zu spät sein, sich der schweizer Tochter anzugleichen.

Der Recaro-Sitz, den Swiss verwendet, ist bspw. auch in den Airbussen von Air Berlin verbaut. Viele empfinden den mit 174 Sitzen diesen Typs bestuhlten Airbus A320 komfortabler, als etwa den mit 156 Sitzen ausgerüsteten A320 der TAP.
 
Zuletzt bearbeitet:
Marketingtechnisch war aus meiner Sicht die Aussage, man müsse sich in Teilen an den LCC orientieren, eine große Katastrophe. Man darf das ja denken und auch intern im Vorstand diskutieren, aber doch nicht öffentlich als Strategie verkünden. Wenn das AB (und schließlich ist AB wirklich kein LCC, bestenfalls ein Hybridcarrier) machen würde, gäbe es keine einzige Schlagzeile. LH erreicht aber, daß es diese Schlagzeilen gibt, und die sind verheerend. Bitte, ich spreche nicht gegen Kostensenkungsprogramme oder Produktivitätssteigerungen. Beide Maßnahmen sind doch inzwischen Standard bei allen Unternehmen; das herauszustellen und als bedeutende Erkenntnis zu publizieren erzeugt doch nur ein müdes Lächeln: "Ach so, bisher gab es das bei LH nicht. Na dann wundern mich die hohen Preise überhaupt nicht mehr."
Was assoziiert der Kunde denn nun mit dem ganzen Vorhaben? Das ist doch die entscheidende Frage. Ich fürchte, der typische LH-Kunde (unabhängig davon, ob er der Not gehorchend oder aus Überzeugung ein solcher ist) assoziiert damit in erster Linie den Weg vom "Stückgutfrachter" zum "Massengutfrachter". Mit Sicherheit noch weniger Service (der ist nicht durchgängig wirklich optimal), vielleicht auch etwas weniger Sicherheit? (irrationales spielt da immer mit) und wahrscheinlich eine Preisgestaltung, die nicht mehr durchschaubar sein wird, wie bei der Bahn. Und damit will man dann die, gegen AB, FR und Co., verlorenen Marktanteile zurück holen.
Nur nochmal zur Erinnerung: wir sprechen hier über Kurz- und Mittelstrecke, nicht über die Langstrecke.
Ich habe da meine Zweifel, ob das richtig und nach dem Motto "Bedenke das Ende" durchdacht ist. Der oben beschriebene typische LH-Kunde könnte auch sagen, "Wenn ich bei LH in Zukunft "Massengut" bin, dann kann ich auch gleich zum LCC wechseln; der ist dann immer noch billiger."
 
Und, ist das was Neues? Man tut ja gerade so, als würde LH erst jetzt auf den Trichter kommen....:think:

Die Krise beschleunigt doch nur, was sowieso gekommen wäre.

Na ja, an gewisse 'heilige Kühe' und Strukturen geht man schon ungern ran. Und warten wirs mal ab, ob die jetzige Planung so gut ist bzw. ob man nicht wie schon bei anderen Unternehmen so oft übers Ziel rausschießt.
 
Wehe. Ich benötige Tomate mit Pfeffer.

Allerdings stellt sich eine Frage durchaus: Der Ton vieler Diskussionen zum Thema hier und anderwärts hat so etwas
weltuntergänglerisches... als hätte LH in den letzten Jahren jeweils ein Paar Millionen verdient und stünde jetzt vor
einem Verlust in Milliardenhöhe. Ist es nicht ein wenig umgekehrt?

:confused:

Zur Sitzdichte: AF operiert bereits seit Jahren mit unterschiedlichen Sitzzahlen Kont, darunter dichter als LH (AF 320
Métro: M172), und verliert momentan erheblich Geld. Ich glaube nicht, jemand wäre so naiv, in dieser oder jener
Maßnahme die alleinige Rettung zu sehen.

Allerdings: jedes Unternehmen, das von sich meint, es würde gebraucht, muß etwas herstellen, das ihm abgekauft
wird - und in dieser Hinsicht sind die volkswirtschaftlichen Indikatoren seit längerem unerfreulich eindeutig. Es führt
also überhaupt kein Weg an Änderungen vorbei - und ich habe es schon vor längerem gesagt: LH ist kein
Umerziehungslager für störrische Kunden - weder die distinguierten noch die Sparfüchse, und hier weder die
gezwungenen, noch die freiwilligen. Die gezwungenen Sparfüchse werden nur leider unaufhaltsam mehr.

Es gibt nicht teure und billige Airlines, sondern nützliche und weniger nützliche, die das Gefühl hinterlassen, übers Ohr
gehauen worden zu sein, weil man nicht ausreichend lange Zeit aufgewandt hat, die Konditionen zu studieren. Wenn
diese Zeit die Flugzeit übersteigt, dann ist was faul.

Mir fällt aber seit längerem immer stärker ins Auge, wie verwurzelt der Menschen Neigung ist, "oder" zu denken,
statt "und".
 
[...]

LH ist kein Umerziehungslager für störrische Kunden - weder die distinguierten noch die Sparfüchse, und hier weder die gezwungenen, noch die freiwilligen. Die gezwungenen Sparfüchse werden nur leider unaufhaltsam mehr.

[...]

Mir fällt aber seit längerem immer stärker ins Auge, wie verwurzelt der Menschen Neigung ist, "oder" zu denken,
statt "und".

Volle Zustimmung!

[...]


Es gibt nicht teure und billige Airlines, sondern nützliche und weniger nützliche, die das Gefühl hinterlassen, übers Ohr
gehauen worden zu sein, weil man nicht ausreichend lange Zeit aufgewandt hat, die Konditionen zu studieren. Wenn
diese Zeit die Flugzeit übersteigt, dann ist was faul.

[...]

Du sprichst mir aus dem Herzen! :thbup:
 
sorry DLH! sowas nennt man PR GAU!

IN jeder Zeitung steht Lufthansa wird zum Billigflieger bzw. kopiert diese.

Ob die Verantwortlichen bei der Pressemitteilung dies so gewollt haben?

Sehe ich abslout genauso - was für eine inkompetente PR-Arbeit und das vom Passage-Vorstand persönlich.

Inakzeptabel!

Das paßt aber ins Gesamtbild, bei jeder Gelegenheit wird hausintern massiv bestritten, dass LH im Kont-Verkehr (und dort vor allem dezentral) ein Produktproblem hat. Nein, es liege allein an den Kosten. Insofern glauben die das am Ende tatsächlich selbst noch was sie so erzählen...

Gruß MAX
 
vielleicht sollten sie mal ihre kunden fragen...

wenn man als kunde vorsichtig eine anregung bringt (nein, keine beschwerde),
und dann zur antwort bekommt: "aber dafür sind wir profitabel", - nun, ja...
klar möchte jede firma gewinn machen und das ist auch der sinn einer firma,
nur sollte man das nicht so sagen.

gab es nicht schon mal versuche mit stoffsitzen und auch die kaffee maschinen
wollte man doch mal einsparen...
(dann machen wir noch mehr gewinn, denn günstiger wird das flugticket dadurch nicht)

gruß, peter
 

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Hallo!

Auf kürzeren Strecken fliege ich immer das preiswerteste Angebot (egal ob LH oder AB oder sonst eine Airline). Da ist mir der Sitzabstand und der Service auf einem Ein-Stunden-Flug eigentlich egal.

Noch vor dem Preis steht bei mir (und vermutlich auch bei Dir) die Abflugs- / Ankunftszeit. Wenn ich um 16 Uhr mit der Arbeit fertig bin, um 17 Uhr am Flughafen sein kann, dann möchte ich nicht erst um 20 Uhr nach Hause fliegen. Beim Hinflug genauso. Das lässt sich auch gut beim Chef verargumentieren, während ich arge Probleme bekommen würde, wenn ich einen teureren Flug mit tollerem Komfort begründen würde. Auch die möglicherweise höhere Sicherheitskultur bei Lufthansa würde als Argument beim Chef kaum einschlagen, wenn die Alternative nicht eine Wild-West-Airline ist. Dazu passiert einfach zu wenig.

Somit steht der Preis an zweiter Stelle. Wobei nicht gesagt ist, dass z.B. ein Air Berlin Flug immer billiger ist als LH. Einen großen Vorteil bietet Air Berlin allerdings: hier werden Hin- und Rückflug einzeln gebucht. Das kommt dann zum Tragen, wenn mal ein Gabel- oder Dreiecks- oder ähnlicher Flug ansteht. Oder wenn ich für den Rückflug ein Flex Ticket brauche, für den Hinflug aber nicht notwendigerweise. In so einem Fall ist Lufthansa preislich dann in der Regel keine Alternative.

Dazu muss ich aber sagen, dass bei uns geschäftlich gar keine echten Billig-Flieger gebucht werden. Deren Ziele sind dann doch zu abgelegen. Aber selbst mit German Wings bin ich noch niemals geflogen ...

Viele Grüße,
Matthias
 
Einen großen Vorteil bietet Air Berlin allerdings: hier werden Hin- und Rückflug einzeln gebucht.
das ist ein starkes argument.

lufthansa hat meinen rückflug einkassiert (war 2002 oder 2003), weil ich den hinflug nicht angetreten bin.
(ich musste kurzfristig ein auto überführen)
dann sollte ich ein teuer oneway ticket kaufen.
"aber nicht hier!" und bin dann zu klm...
die waren zwar nochmal 100euro teurer als lh, war mir aber in dem moment egal.
der frust sitzt tief: das wars dann liebe lufthansa!
agbs oder gewonnene prozesse interessieren mich in diesem fall nicht, kundenfreundlich sieht anders aus.
aber mit ihren "immer rappelvoll" fliegern können sie sich das halt leisten.

in agb kann jeder reinschreiben was er will. recht ist das noch lange nicht.
diese 96euro download seiten (für open office oder vlc) haben auch agb.
diese sind auch egal.
das habe ich gerade durch, weil jemand sich mit meiner email dort angemeldet hat.
ich habe das mit einer null reaktion ausgesessen. (à la birne kohl)
auf den angedrohten prozess haben sie offensichtlich verzichtet.

gruß, peter
 
Fliegen in der «Zwischenklasse»

Leider (aus Sicht eines Passagiers, also ohne Yield-Interesse) macht LH auch keinerlei Anstalten, sich im 'Premium-Economy' Segment (zum Teil als 'Economy Plus' oder 'World Traveller Plus' bezeichnet) zu betätigen. :think:

Fliegen in der «Zwischenklasse» - bei airliners.de :yes:

Dabei wäre es genau das, was ich mir als vielfliegender Geschäftsreisender auf mittleren und längeren Flügen wünschen würde (und vom Arbeitgeber aus auch buchen dürfte). :(
 
Leider (aus Sicht eines Passagiers, also ohne Yield-Interesse) macht LH auch keinerlei Anstalten, sich im 'Premium-Economy' Segment (zum Teil als 'Economy Plus' oder 'World Traveller Plus' bezeichnet) zu betätigen. :think:

Fliegen in der «Zwischenklasse» - bei airliners.de :yes:

Dabei wäre es genau das, was ich mir als vielfliegender Geschäftsreisender auf mittleren und längeren Flügen wünschen würde (und vom Arbeitgeber aus auch buchen dürfte). :(

ist natürlich auch eine Gratwanderung... Eine Eco Plus hätte mit Sicherheit genügend Nachfrage, jedoch würden auch weniger Gäste in die BC zurückkehren.
Die normale Eco auf Langstrecke ist für Leute über 1,75m einfach eine Zumutung. Geschäftsleute mit knappen Terminen, die dabei weder arbeiten noch schlafen können, werden sich nach 1-2 Flügen mit ihrer Dienstreisestelle auseinandersetzen. Die jüngste Entwicklung zeigt uns vermehrt Langstrecken mit überlaufender BC und nur knapp voller Eco...
 
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