Die Welt steht nicht still - gerade die Luftfahrtbranche ist seit Jahren im Umbruch. Wie kann also jemals "alles zum Thema gesagt sein"? Ich finde die aktuelle Entwicklung äußerst spannend, gerade im Hinblick auf die Notwendigkeit einer 3. Startbahn. Ein kleines Beispiel aus der heutigen Presse (NRZ) zeigt beispielsweise, dass die LH mit ihrem derzeitigen Geschäftsmodell nicht mehr ganz zufrieden ist:
Unterdessen hat die Lufthansa intern mit eindrucksvollen Grafiken auf ihre dramatische Lage hingewiesen: Der Anteil der wichtigen Business- und Firstclass-Kunden ist im Europa-Verkehr von satten 58% im Jahr 1990 und 25% in 2000 auf nur noch 9% in 2009 gefallen. Im Übersee-Verkehr sackte die Zahl von 26 auf jetzt 18% ab.
An vielen deutschen Flughäfen ist Lufthansa demnach kein Marktführer mehr. In Düsseldorf sackte der Marktanteil von 37% (im Jahr 2003) auf jetzt 24% ab, in Stuttgart von 44 auf 20%, in Hannover von 33 auf 19% und in Berlin von 35 auf 17%. An diesen Flughäfen wurde Lufthansa von Air Berlin überflügelt. In Köln, wo der konzerneigene Billigflieger Germanwings dick im Geschäft ist, bringe es Lufthansa nur noch auf 14%. „Wir verlieren Marktanteile an schnell wachsende Low Cost Carrier, die zu deutlich geringeren Kosten produzieren”, heißt es.
Lediglich an den Langstrecken-Drehkreuzen Frankfurt und München stehe Lufthansa noch relativ gut: „An allen deutschen Quellmärkten haben wir Marktanteile verloren, aus einigen ist Lufthansa bereits verdrängt.” Als Konkurrenz werden Ryanair, Easyjet aber auch Air Berlin genannt.
Auch um den interkontinentalen Geschäftsbereich sorgt sich Lufthansa. „Die Gefahr für uns ist nicht primär die Konkurrenz von British Airways und Air France/KLM”, heißt es. „Die zentrale Herausforderung für LH sind die Golf-Carrier und asiatische Airlines.”