Der Vulkanausbruch auf Island (14.04.10) und seine Folgen

Hi

Nicht der Luftraum ist gesperrt, sondern Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR). Nach Sichtflugregeln darf geflogen werden (auch Polizei und Rettungsdienste fliegen schliesslich).
Diese Ferryflüge fanden nach Sichtflugregeln statt (VFR-C) und waren somit legal.

Ich bin kein Pilot, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass der Selbsterhaltungstrieb des fliegenden Personal genauso gross ist wie bei jedem anderen Menschen. Da man wusste, dass sich die Aschepartikel in Höhen über 5000m befinden, konnte das Risiko eines Fluges unterhalb dieser Flughöhe eingegangen werden.

Gruss aus ETSF

Mir sind mal wieder die Danke ausgegangen, deswegen Danke!
und Danke für diese Aufklärung war mir so gar nicht bewusst, aber in dem wirr war der letzten Tage kann man schonmal was übersehen. ;)
Kannst du dann vielleicht sagen warum dann nicht mehr Flüge nach der Sichtflugregeln durchgeführt werden?

Vermutlich steht das auf einer der letzten 26 Seiten; weiß jemand wie tief denn die Aschewolke "gesunken" ist? Könnte man denn nicht zumindest ein paar wenigen Flüge unterhalb der Wolke durchführen? :confused:
 
[...]
Es gab auch ein kurzes Interview mit Herrn Mayerhuber, in dem dieser fordert, sich nicht auf die Prognosen aus London zu verlassen, sondern Testflüge und Messungen zu machen.
Er bestätigt, dass LH Testflüge gemacht hat und die Daten den entsprechenden Behörden zur Verfügung gestellt hat. Nach seiner Sicht sind die Prognosen und Vorhersagen aus England schlichtweg falsch und nicht verwendbar.
[...]
Abgesehen davon, dass es die dafür notwendigen Meßinstrumente bislang nicht gibt - weder für Ballons, noch für Flugzeuge (es sei denn man macht das Flugzeug selbst zum Testinstrument), ist das nicht wirklich sinnvoll - wie auch MaxReverse ein paar Beiträge weiter vorn schon mal geschrieben hat. Das erste dafür vorgesehene Meßflugzeug wird bis Montag abend einsatzbereit sein und dann auch zu Meßflügen starten. :yes:

Aber ist das später gewonnene Ergebnis dann repräsentativ für jeden Kubikmeter Luftraum über Europa? :eyeb:

Vielleicht mal eine kleine Analogie für diejenigen, die sich schwer damit tun das Problem nachzuvollziehen:

Fast jeder war doch schon mal im Urlaub am Meer - nehmen wir als Beispiel die Adria, ganz in der Nähe.
Nun nehmen wir mal an, die Behörden an einem 50km Küstenabschnitt geben eine Warnung wegen Quallen heraus und fordern die Badegäste der Region auf, nicht ins Wasser zu gehen (nehmen wir an, weiter weg von der Küste wurden Quallenschwärme entdeckt, und die Strömung führt auf die Küste zu).
Jetzt wollen die Urlauber aber nicht, dass ihnen der Badespaß versaut wird... und sie schauen auf's Meer hinaus ohne dabei an der Wasseroberfläche irgendwelche Quallen zu sehen. Sie fragen sich daher, ob die Quallenwarnung nicht vielleicht etwas überzogen oder vielleicht sogar totaler Schwachsinn ist.
In mehreren Buchten gehen Urlauber zum Schwimmen ins Wasser und kollidieren nicht mit einer einzigen Qualle ("Meßschwimmer"). Sie fordern deswegen die Behörden auf, den Quallenalarm und das Schwimmverbot aufzuheben, weil ihre Schwimmversuche ergeben hätten, dass es in den Buchten gar keine Quallen gibt (wie nahe man an evtl. dort treibenden Quallen vorbeigeschwommen ist sei mal dahingestellt - vielleicht war auch wirklich keine Qualle in genau dieser Bucht).

Wie repräsentativ sind jetzt diese paar dutzend Schwimmer in verschiedenen Buchten für die Quallensituation und wie sicher ist es, dass nicht 30 Minuten später Quallen in eine gerade vorhin als sicher befundene Bucht treiben?

Also wollen wir wieder fliegen weil ein paar Dutzend Flugzeuge auf Ihrer Route keine Schäden genommen haben? :think:

Mich überzeugt das nicht. :no:
 
Abgesehen davon, dass es die dafür notwendigen Meßinstrumente bislang nicht gibt - weder für Ballons, noch für Flugzeuge (es sei denn man macht das Flugzeug selbst zum Testinstrument), ist das nicht wirklich sinnvoll - wie auch MaxReverse ein paar Beiträge weiter vorn schon mal geschrieben hat. Das erste dafür vorgesehene Meßflugzeug wird bis Montag abend einsatzbereit sein und dann auch zu Meßflügen starten. :yes:

Aber ist das später gewonnene Ergebnis dann repräsentativ für jeden Kubikmeter Luftraum über Europa? :eyeb:

Vielleicht mal eine kleine Analogie für diejenigen, die sich schwer damit tun das Problem nachzuvollziehen:

Fast jeder war doch schon mal im Urlaub am Meer - nehmen wir als Beispiel die Adria, ganz in der Nähe.
Nun nehmen wir mal an, die Behörden an einem 50km Küstenabschnitt geben eine Warnung wegen Quallen heraus und fordern die Badegäste der Region auf, nicht ins Wasser zu gehen (nehmen wir an, weiter weg von der Küste wurden Quallenschwärme entdeckt, und die Strömung führt auf die Küste zu).
Jetzt wollen die Urlauber aber nicht, dass ihnen der Badespaß versaut wird... und sie schauen auf's Meer hinaus ohne dabei an der Wasseroberfläche irgendwelche Quallen zu sehen. Sie fragen sich daher, ob die Quallenwarnung nicht vielleicht etwas überzogen oder vielleicht sogar totaler Schwachsinn ist.
In mehreren Buchten gehen Urlauber zum Schwimmen ins Wasser und kollidieren nicht mit einer einzigen Qualle ("Meßschwimmer"). Sie fordern deswegen die Behörden auf, den Quallenalarm und das Schwimmverbot aufzuheben, weil ihre Schwimmversuche ergeben hätten, dass es in den Buchten gar keine Quallen gibt (wie nahe man an evtl. dort treibenden Quallen vorbeigeschwommen ist sei mal dahingestellt - vielleicht war auch wirklich keine Qualle in genau dieser Bucht).

Wie repräsentativ sind jetzt diese paar dutzend Schwimmer in verschiedenen Buchten für die Quallensituation und wie sicher ist es, dass nicht 30 Minuten später Quallen in eine gerade vorhin als sicher befundene Bucht treiben?

Also wollen wir wieder fliegen weil ein paar Dutzend Flugzeuge auf Ihrer Route keine Schäden genommen haben? :think:

Mich überzeugt das nicht. :no:

Diesen wirklich sehr gut passenden Vergleich sollte man den Airlinemanagern- und Pressesprechern, die heute so vehement die Wederöffnung des Luftraumes gefordert haben, zur Lektüre vorschreiben.

M.E. kann die Devise nur sein: Es wird erst wieder geöffnet, wenn das Vorhandensein von schädlichen Aschekonzentrationen auszuschließen ist. Die Forderung "Es darf erst geschlossen werden, wenn durch Messungen das Vorhandensein von schädlichen Aschekonzenztrationen bewiesen ist" ist wirtschaftlich verständlich, aber unter Sicherheitsaspekten nicht vertretbar.

Viele Grüße
Werner
 
@ sagara

Da nur TXL und SXF bis 0 Uhr (UTC?) offen sind, würde ich mal darauf tippen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da bin ich trotzdem unsicher. Es ist plausibel, daß die "flugfähigsten" Teilchen die größte Verbreitung finden, und das wären die gelben, Residualien gewissermaßen. "gult ... falt ned av seg selv" erscheint mir recht eindeutig.

Süddeutschland hatte gemäß meiner oben verlinkten Datei (mittlerweile aktualisiert) eine hohe rote und schwarze Exposition, und das würde gerade zu Pit Cocks Fensterkieselüberraschung passen.

Vielleicht übersetzt uns ja ein (Hilfs-)Norweger die fragliche Legende nochmal etwas genauer (http://met.no/?module=Articles;action=Article.publicShow;ID=2873), die ich im übrigen summarisch verstehe, ie: schwarz = schwarz und rot und gelb.

Google Translate sagt:

Color Explanations
  • Gult felt: Oppsamlet nedfall; aske som har falt ned av seg selv.​
    Yellow fields: Collected debris; ash that has fallen down by itself.
  • Rødt felt: Oppsamlet nedfall: aske som har falt ned som følge av nedbør.​
    Red field: Collected debris: ash that has fallen as a result of precipitation.
  • Sort felt: Her er askeskyen "akkurat nå".​
    Black field: You are cloud "right now".
Gelb - verflüchtigt sich von selbst, verbreitet sich aber auch am leichtesten / weitesten
Rot - wird ausgewaschen
Schwarz - auf alle Fälle eine "Belastung" vorhanden, da die "hartnäckigsten" Teilchen

Meine "Übersetzung"...

C76
 
Ah, vielen Dank und herzlich willkommen on behalf of the forum.

Auf "oppsamlet" hätt ich auch selbst kommen können... Wußte nicht, daß google sogar norsk kann. ;)
 
Wobei diese Manuals aber wohl keine rechliche Relevanz habe/hätten, oder?

Entschuldigt die provokant anmutende Frage, ist jedoch nur reine Neugierde.

Selbstverständlich sind diese Manuals bindend, in diesem Fall als 'Operations Manual Part A' (früher das sog. Flugbetriebshandbuch). In ihm sind in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde sämtliche Verfahren und Auflagen enthalten, unten denen das Airline Operating Certificate erteilt wurde.

Dort steht dann schlicht und ergreifend etwas in der Art von 'Flights under VFR prohibited' was auch dahingehend Sinn macht, dass bei VFR-Flügen einzig die Crew und nicht die Flugsicherung dafür verantwortlich ist, nicht mit anderen Fliegern zusammen zu stossen - Um einen leeren Flieger zu überführen evtl. ok, für einen gewerblichen Flugverkehr mit zahlenden Gästen viel zu riskant.

Auf dieser Schiene kommen wir nicht weiter :no:

Gruß MAX
 
Österreichs Luftraum ist seit 05.00 Uhr bereits geöffnet, Flyniki ist schon fleissig unterwegs, 4 Flieger sind bereits unterwegs, nach Barcelona, Mailand, Rom und Marsa Alam.

Hoffentlich bleibt´s so :):):)....

Gruss

TOM
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie sieht nun die Zukunft aus?

Der Fall ist ja neu: Vulkanasche über Europa. Daher sind weder Wetterdienst mit Vorhersagemodellen bereit noch Flugzeuge mit Meßsonden. Immerhin gibt es bereits die VAACs. Keiner kann jedoch sicher sagen, ob die Asche nun schädlich ist in dieser Konzentration und Zusammensetzung oder nicht. Einzelne Meßflüge sind sinnlos, denn sie erfassen nur den Zustand in der Atmosphäre an einem kleinen Ort und Zeitfenster.

Aber die Airlines haben doch große Flugzeugflotten.

Hier ist Anpassung (auch bekannt als Evolution) gefragt. z.B. Staudruckrohre werden aufgerüstet, so dass sie nicht mehr verstopfen (alle 2 Minuten wird's per Druckluft freigeblasen oder sonst irgendwie, lasst euch was einfallen!).

Schon jetzt ist im Mode-S-Datenlink vorgesehen, Wetterwerte zu übertragen. Dafür hat die ICAO die Transponderregister 44 und 45 hex vorgesehen. Die Flugzeuge werden nun mit Meßsonden ausgestattet und übermitteln darüber ihre Meßwerte. Die muss man nur auslesen, das kann in Europa jeder ANSP. Damit erhält man flächendeckend in geringer zeitlicher Auflösung Meßwerte, mit denen noch zu entwickelnde meteorologische Modelle gefüttert werden. Daraus kann kann die aktuelle Gefahrenlage abgeschätzt werden und ggf. Re-routings angeordnet werden.

Dies ist ein VORSCHLAG und nicht ausgereift. Klar wird er gleich zerrissen hier im Forum, und trotzdem soll es einen Denkanstoß geben: Rumheulen und beten wird nichts nützen; es ist Ingenieursleistung gefragt! Es gibt Lösungen. Aber wenn man nicht danach sucht, wird man sie nicht finden.

Und natürlich wird das Ganze Geld kosten. Dann steht eben in Zukunft auf den Preislisten der Tickets nicht nur "Sicherheitszuschlag" und "Kerosinzuschlag" sondern auch noch "Aschezuschlag".
 
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