Also wir halten mal fest: Es ist Asche in der Luft. Da hilft auch alles auf den Boden stampfen des LH-Pressesprechers und von Hr. Unhold von AB nichts (Aber wir sind doch geflogen und haben nichts gesehen - was für ein kindischer Unsinn!).
Leider ist die Ascheverteilung flächig und höhenmässig höchst in-homogen und somit tragen einzelne Messflüge nicht zur Lösung bei, denn was hilft es mir denn zu wissen, wie hoch die Konzentration Montag Abend um 18:43z bei N48°11'12.3"/E011°17'33.8" in 27.893 Fuss ist, wenn dabei der Höhenwind mit >=100 km/h weht und vor allem während der Vulkan noch aktiv ist?
Zunächst bräuchte man von den Herstellern der Flugzeuge und Triebwerke eine Freigabe für einen bestimmten Grenzwert an Konzentration, welche diese natürlich nicht nur aber hauptsächlich aus Haftungsgründen nie geben werden. Für die Triebwerke könnte man ja evtl. noch auf dem Teststand ein paar Versuche machen, aber ob diese dann im wirklichen Leben haltbar wären?
Bei der Triebwerks-Technologie anno 1982 (BA-Jumbo über Indonesien) mag ja ein wenig Asche hier und da im Motor noch erträglich gewesen sein. Die heutigen High-Tech-Motoren mit FADEC und allem Schnick-Schnack verweigern da einfach ganz digital den Dienst, wenn ein Parameter aus dem Envelope läuft und sei es nur, weil Sensor #18 unplausible Messwerte anzeigt, weil er leider mit Asche verstopft oder Glas überzogen ist.
Also müssten sich die Operators selbst Grenzen setzen und diese mit ihren Versicherern abklären - glaubste nicht im Ernst dass die sagen: Och ja, fliegen sie mal los...
Der große Spaß fängt erst an und das traurige ist, dass einmal wieder niemand aus den oberen Etagen aller Behörden/Firmen/etc. einen Plan hat.
Gruß MAX
Da gebe ich Dir in allen Punkten Recht, nur kommen wir dabei m.E. immer wieder zum Ausgangspunkt zurück, nämlich dem, dass man sicherheitshalber, mit oder ohne mehr oder auch weniger brauchbaren (DLR)-Messwerten, nicht Fliegen sollte.
Wir können an den zwei wesentlichen Faktoren nichts verändern: a) am Wetter, b) an der Eruption des Vulkans.
Vermindert sich dessen Aktivität, hatten wir Glück und die Sache hat sich, im wahrsten Sinne des Wortes, naturgemäß selbst erledigt, auf unbestimmte Zeit.
Bleibt der Vulkan weiterhin aktiv und die Großwetterlage so wie sie ist, verändert sich auch die "Asche"konzentration in der Luft nicht, sondern bleibt mit der Aktuellen vergleichbar.
Was möchte man nun also machen? "So ein bisschen Fliegen" geht nicht. Entweder Flugzeuge bleiben am Boden oder sind in der Luft, ein anderer Zustand existiert nicht.
Fliegt man nicht mehr, solange eine entsprechende potentielle Gefährdung besteht, kannst Du dir selber ausmalen welche Auswirkungen das mit Sicherheit auf Dich persönlich sowie auf die gesamte Bevölkerung/wirtschaftliche Situation haben wird.
Fliegt man wieder, besteht, entschuldige wenn ich das so naiv ausdrücke, zumindest die Möglichkeit das alles wieder in geordneten Bahnen laufen wird. Im Zweifel relativiert man die (potentielle) Gefahr, zuerst von Seiten der Fluggesellschaften und wenn's auch "da" dann weh tut, von staatlicher Seite aus.
Man kann es sich schlicht und ergreifend langfristig nicht leisten, nicht zu Fliegen. Und da, wie Du schon völlig zu Recht geschrieben hast, weder Versicherer noch Hersteller Verantwortung im Sinne von Grenzwerten übernehmen werden, wird man eine "andere Lösung" finden. Heute Abend flogen Condor, KLM, TuiFly und Aeroflot ja schon munter über Deutschland.
Eine Lösung kann man "aus den oberen Etagen" in diesem Fall schlecht erwarten. Wie sollte diese aussehen? Nicht Fliegen ist keine Lösung, Fliegen aber auch nicht? Und, mal ehrlich, selbst wenn Versicherer und Herstellen Grenzwertfreigaben herausgeben, das macht's auch nicht sicherer, weil das juckt die "Asche" wenig und wie Du schon schreibst, ob theoretisch ermittelte Grenzwerte durch Tests am Boden in der Praxis belastbar sind, ist höchst zweifelhaft und wenn bei einem Absturz die Versicherung zahlt haben die Leut' im Flugzeug auch nichts mehr davon. Das ist höchstens Sicherheit auf dem Papier, die im Zweifelsfall ein beruhigendes Gefühl gibt, weil man's ja nachlesen kann.
Das Problem ist deswegen nicht zu lösen, weil wir die "Asche" nicht wegbekommen, außer die Natur will es so. Ansonsten gibt es nur die Möglichkeit damit zu leben nicht zu Fliegen mit allen daraus resultierenden Konsequenzen oder zum Alltag zurückzukehren, im besten Fall solange mit einem unguten Gefühl, bis Hersteller technische Lösungen entwickelt haben.
Gruß Pit