Freitag 29. Juli 2005, 13:39 Uhr
[size=+1]TUI-Deutschland bringt 8 Prozent Umsatzwachstum[/size]
[font=arial,helvetica]Potsdam (AP) Der Reisekonzern TUI hebt trotz teurem Kerosin und der jüngsten Terrorwelle ab wie lange nicht mehr: Im wichtigsten Markt Deutschland liegt die Zahl der Gäste im Sommer um fast 18 Prozent über dem Vorjahr. Die gebuchten Umsätze liegen 8,1 Prozent höher. «Der TUI-Motor läuft rund wie schon lange nicht mehr», sagte Deutschland-Chef Volker Böttcher am Freitag in Potsdam bei der Vorstellung der Winterkataloge. Die Reisepreise sollen aber trotzdem stabil bleiben.
Vor allem der Spätsommer macht dem Reisekonzern aus Hannover Freude. Die Monate August, September und Oktober sind um 25 Prozent besser gebucht als im vorigen Jahr. Obwohl die Sommersaison noch bis Ende Oktober läuft, sind schon jetzt 80 Prozent aller angebotenen Reisen verkauft, wie Vorstandsmitglied Sören Hartmann sagte.
Die TUI machte allerdings klar, dass ein Teil des Umsatzplus aus der Einrechnung des Billigfliegers HLX stamme. Ohne diesen Sondereffekt beträgt die Steigerung der Buchungen in Euro zur Zeit 6,4 Prozent, bei den Gästen 7,5 Prozent. «Wir haben fast schon wieder das Niveau des Rekordjahres 2001 erreicht», sagte Touristikchef Hartmann.
Als Grund für das kräftige Plus nannte er den Nachholbedarf der Bundesbürger beim Reisen. Im Jahr 2006 will TUI wieder das Niveau von 2001 schaffen. Einzelheiten über den Gewinn nannte der Konzern nicht. Anfang August will TUI die Halbjahresbilanz vorlegen.
Auch für die kommende Wintersaison setzt der größte Reiseveranstalter auf steigende Nachfrage: «Ich rechne mit einem Marktwachstum von 3 bis 4 Prozent. Unser Ziel ist es, etwas stärker zu wachsen als der Markt», sagte Böttcher. Laut TUI ist der Verkauf der Winterreisen gut angelaufen. Als neue Ziele wurden Brasilien, Vietnam und Indien in den Katalog aufgenommen.
Die Anschläge in der Türkei und Ägypten haben der TUI kaum geschadet: In der Türkei gab es praktisch keinen Buchungseinbruch, in Ägypten haben 3.000 der 100.000 Kunden umgebucht.
Trotz höherer Preise für Flugbenzin soll der Urlaub in der Wintersaison nicht teurer werden. Im Durchschnitt würden die Preise stabil gehalten. Billiger werden Länder wie die Türkei (- 7 Prozent), Thailand (- 5 Prozent) und Ägypten (- 2 Prozent). Mallorca bleibt unverändert, die Kanarischen Inseln werden 1,3 Prozent teurer. Portugal und Italien werden ein Prozent teurer, Portugal zwei Prozent. TUI kann laut Vorstand die Preise halten, weil Flugbenzin schon vor Monaten zu günstigen Preisen eingekauft worden sei und weil bei den Hotels günstige Einkäufe gelungen seien.
TUI will in den nächsten Jahren neben den Pauschalurlaubern auch den Individualreisenden mehr Angebote machen: So sollen verstärkt fremde Hotels oder Ferienhäuser über TUI-Internetseiten vermittelt werden, der Konzern kassiert nur eine Provision. Böttcher erinnerte daran, dass 38 Millionen Deutsche ihren Urlaub selbst organisieren, an diese Kunden wolle der Konzern herankommen.
In diesem Zusammenhang bereitet der Konzern eine grundlegende Änderung bei den Buchungsmöglichkeiten vor: Langfristig sollen die Kunden auf einer TUI-Internetseite Flug, Hotel, Mietwagen und mehr zu tagesaktuellen Preisen buchen können. Der Kunde könne dann wie beim Buchversender Amazon seine Ferienwünsche mit einem Klick in einen Warenkorb legen. [/font]