Laut dem angesprochenen Gutachten sollen wie gesagtz in Betriebsrichtung 08 ca. 45% der Landungen über die 3. Bahn ablaufen, was nach den Zahlen dort 437 Landungen bedeutet. Jedoch gilt dies ja nur für Betriebsrichtung 08 und nur für die Maximalauslastung. In Richtung 26 hätte man demnach 9% der Starts, also 84 absolut, wobei die 3. Bahn zwischen 22.00 und 6.00 Uhr garnicht genutzt wird.
Bedenkt man nun noch, dass die Hauptwindrichtung in München von West nach Ost ist, denn bedeutet dies, dass meist die Betriebsrichtung 26 vorherrscht, also über Attaching keine Landungen erfolgen, sondern nur ein sehr kleiner Teil an Starts.
Fazit:
1. Die 400+ Landungen pro Tag sind also nur ein absoluter Maximalwert, wenn tatsächlich mal den ganzen Tag nur nach Betriebsrichtung 08 geflogen würde. In der Realität herrscht jedoch die Betriebsrichtung 26 vor, so dass in dieser Zeit garkeine Landungen über Attaching erfolgen würden bzw. dies nur für einen geringen zeitlichen Anteil.
2. In der vorherrschenden Betriebsrichtung hätte man dann zwar am Tag 9% = 84 Starts über Attaching, aber diese Zahl gilt ja auch nur für den Maximalfall. In der Realität wird man hingegen die Starts im Norden fast nur auf der Center haben, während auf der 3. Bahn nur gelandet würde. Auch ist es auch bei anderen Flughäfen ein nicht unübliches Verfahren, dass die Maschinen nach dem Start sehr früh abdrehen. Dies kann auch ebenso in München gemacht werden, also dass die auf der 3. Bahn in Richtung 26 startenden Flugzeuge direkt nach dem Abheben möglichst schnell nach Norden abdrehen, um so Attaching garnicht überfliegen zu müssen. Mit intelligentem Flugmanagement geht da also viel, um Attaching bei Starts möglichst nicht überfliegen zu müssen.
=> Die tatsächliche Belastung für Attaching wird also weiter - sehr weit - von diesen pauschalen Horrorzahlen entfernt sein, wie sie in dem Artikel stehen. Es ist doch immer gut, wenn man die Fakten kennt...