Der Vulkanausbruch auf Island (14.04.10) und seine Folgen

Interessant ist wirklich KDG. Das scheint doch zum Teil offen zu sein. Immer wieder sind dort oben Flieger unterwegs. Gerade war eine AFL auf dem Weg, jetzt eine Orenair.

Im Moment fliegt auch gerade ein AUA A320 auf ca. 33.000 ft Höhe Graz Richtung Süden.
 
Das Asche-Szenario: Was passiert, wenn die Wolke ein Jahr bleibt?

Ich will hier nicht schwarzmalen, ich hoffe wie alle, dass eine Änderung der Wetterlage gepaart mit einem Nachlassen der vulkanischen Tätigkeit baldige Besserung bringt, und wir weitermachen können wie bisher - so als ob nichts gewesen wäre... :whistle:

Aber es stellt sich doch die Frage, ob das wirklich der richtige Ansatz ist. :confused:
Wir tun immer noch so, als wäre die Aschewolke ein seltenes Einmalereignis, und als müßten wir nur abwarten bis sich diese verzieht, damit wir wieder aus unseren Schlupflöchern kommen können. :yes:

Bei einem Unwetter, bei einem Tornado, bei einem Erdbeben, bei einem Tsunami, bei einer Schnee- oder Schlammlawine funtioniert dieser Ansatz erfahrungsgemäß auch ganz gut... und da wir nicht wirklich viel dagegen tun können richten wir dafür Vorwarnsysteme ein und leben mehr oder weniger damit. :eyeb:

Aber gilt das so auch für Vulkanismus?
Erfahrungsgemäß dauert vulkanische Tätigkeit deutlich länger an.
Bei seinem letzten Ausbruch im Jahr 1821 war dieser Vulkan 14 Monate lang aktiv - das ist nicht ohne.

Und was tun wir, wir hegen die "berechtigte" Hoffnung, dass sowas heute nicht mehr passiert und in zwei Wochen wieder alles gut ist. Wirklich?

So wie ich die Berichte der Vulkanologen verstanden habe, darf durchaus mit einer monatelangen Tätigkeit gerechnet werden... im Moment ist sie sogar eher zunehmend. Der europäischen Luftfahrt können im Moment eigentlich nur zwei Dinge von aussen helfen:

1. Der Wind frischt auf und ändert die Richtung, so dass die Aschewolken abziehen - das ist aber das alte St. Floriansprinzip - es erwischt dann eben andere, nur nicht uns. Zudem wird der Wind - selbt wenn er das vorübergehend tun sollte - nicht permanent in eine andere Richtung wehen... eher im Gegenteil... Nordwestliche Winde sind eher typisch für unsere Region. Jede so geartete Besserung wäre evtl. nur temporär und schon eine Woche später stecken wir im gleichen Schlamassel.

2. Der auf dem Vulkan liegende Gletscher schmilzt schnell ab, so dass der aus dem explosionsartig verdampfenden Eis aufsteigende heisse Dampf die Asche nicht mehr wie derzeit in Höhen von 8.000m bis 11.000m tragen kann, wo sie dann in luftfahrttechnisch relevanten Höhen um den Globus wandeln. Wie schnell schmilzt denn so ein Gletscher weg?

Alternativen sollte man sich also durchaus langsam mal überlegen... nur welche?
Kann man in anderen Höhen als den vom Ascheflug betroffenen fliegen?
Und wenn ja, wie kommt man (falls darüber) durch die Aschewolke hindurch sicher dorthin?
Kann man Flugzeuge besser gegen die Asche schützen - und wenn man wie auch immer geartete man Verschleißschichten aufträgt oder die Oberflächen widerstandsfähiger macht?

Oder sollte man sich Alternativen zum heutigen Wirtschafts- und Verkehrssystem suchen, wie die Welt das diskutiert:
-> Das Asche-Szenario: Was passiert, wenn die Wolke ein Jahr bleibt?
Seit einigen Tagen ist der Flugverkehr wegen des Vulkans auf Island in Europa komplett lahmgelegt. Passagiere sitzen im Transit-Bereich der Flughäfen fest, die Post hat Probleme mit der Auslieferung und der wirtschaftliche Schaden ist immens. Aber was würde passieren, wenn die Aschewolke länger bliebe?

Die Ausnahmesituation wird Normalität, bewirkt nachhaltige Umwertungen in Ökonomie und Gesellschaft. Im Zentrum steht weiterhin der flächendeckende oder weitgehende Ausfall des Luftverkehrs. Wichtige, scheinbar unumstößliche Errungenschaften der Wirtschaft werden infrage gestellt.

Das Prinzip des „Just in Time“, die Lagerhaltung, die das produzierende Gewerbe in der Luft und auf der Straße eingerichtet hatte, steht auf dem Prüfstand. Nach wie vor ist aufgrund der Ausfälle im Luftverkehr ja auch die Autobahn verstopft.
[...]
Bei den Meetings auf Konzernebene, bei Präsentationen und anderen Treffen beginnt ein Umdenken, bei dem den Beteiligten immer klarer wird, dass es auch nach dem Ende der Ausnahmesituation Bestand haben wird: Konferenzen werden dauerhaft über viele Tausend Kilometer dezentral stattfinden, durch längst entwickelte Kommunikationstechnologie, die nur aus Trägheit noch nicht zum Durchbruch kam.

Andere, vermeintlich aufs Abstellgleis geschobene Technologien stehen nun wieder in der Debatte: Ein europaweites Netz von Magnetschwebebahnen etwa, die Berlin und Moskau bis auf wenige Stunden Fahrtzeit zusammenführen können.
[...]

Ich bin gespannt, was passieren wird. Ich fürchte nur, dass es nicht reichen wird stillzusitzen und solange abzuwarten, bis sich die Aschewolken verdünnisiert haben.
 
meiner Ansicht nach spielt überhaupt keine Rolle, wie lang die Wolke bleibt, der Schaden für die Luftfahrt ist da; denn die Verantwortlichen in der Wirtschaft werden sich jetzt mit Sicherheit überlegen, wie sie die Abhängigkeiten von der Luftfahrt auf Dauer reduzieren. Wieviele Flugreisen sind wirkich nötig; wo kann Flüge durch Einsatz technischer Hilfsmittel kompensieren (Stichwort: Videokonferenzen etc).

Und ganz sicher bin ich mir, dass sich auch die üblichen Verdächtigen aus der Öko-Ecke ganz laut zu Wort melden und insbesondere auch grosse Teile des Luffrachtverkehrs in Frage stellen werden. Leider dürfte ihnen der Zeitgeist dabei entgegen kommen.
 
DLR plant Messflug am Montag

Auszug aus dem Artikel: http://www.airliners.de/nachrichten...k/air-france-und-klm-starten-testfluege/20913

Deutsche Atmosphärenforscher wollen erst am Montag in die Aschewolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für das seit Freitag verhängte Flugverbot sammeln. "Wir bereiten solch einen Messflug bis in 10 Kilometer Höhe vor", bestätigte ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag in Oberpfaffenhofen.

In das Atmosphärenforschungsflugzeug vom Typ Falcon 20 werden dem Sprecher Andreas Schütz zufolge derzeit spezielle Messinstrumente eingebaut, um die Dichte der Asche-Partikel je Kubikmeter Luft zu messen, die von dem Vulkan-Ausbruch in Island stammen. Zunächst müsse aber das Luftfahrtbundesamt eine Genehmigung für den Flug erteilen.

Die Schließung des gesamten Luftraums über Nordwesteuropa bis zunächst Sonntagabend 20.00 Uhr (MESZ) beruht bislang lediglich auf Daten einer Computersimulation beim Vulcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London. Konkrete Messergebnisse zur Dichte der Vulkanasche über Kontinentaleuropa gibt es bislang nicht.

Für mich stellt sich immer noch die Frage, auf welcher Grundlage die Flugverbote verhängt wurden. Laut einigen Artikeln (nur) auf Grund einer Simulation aus England. Das das DLR erst jetzt Messflüge unternimmt, finde ich reichlich zu spät. Aber wenigstens wird jetzt versucht, die tatsächliche Partikelkonzentration zu messen.
 
Zuletzt bearbeitet:
grad auf radarvirtuel gesehen:

Flight Number : CFG882
Company : Condor Flugdienst
ICAO Hex Code : 3C4AA1
Reg Code : D-ABUA
Model : Boeing - B767-330ER
Departure : FRA - Frankfurt, Rhein-Main - Germany
Arrival : SPC - Santa Cruz de la Palma, - Spain
Last Message : 11:55:40 UTC
Latitude : 49.84437
Longitude : 8.68054
Altitude : 2072 m - 6798 ft
Ground Speed : 476 km/h - 296 mph - 257 knots
Vertical Speed : -293 m/min - -961 ft/min (DESCENT)
Squawk : 7650
Heading : 285º


seltsam, oder?
 
Es sieht zwar so aus, als ob das bis Montag eine unendlich lange Zeit ist bis das DLR die Falcon in die Luft bringt. Jeder der allerdings schon einmal gesehen hat was normalerweise zur Vorbereitung eines Flugversuchs nötig ist wird verstehen, dass es viel schneller wahrscheinlich nicht geht, zumal wenn erst Modifikationen am Fluggerät notwendig sind.
Ich bin aber auf jeden Fall gespannt auf die Ergebnisse!

Schönen Sonntag!
Grüße mic13
 
@ philippt

so +/- 13:15 ging hier in MUC eine DE 763 raus, dürfte die wohl sein. Und direkt davor (glaub ich) eine 737. War aber schon abgedreht und ich sah sie nur noch aus der Ferne.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf meinem Radar Box sehe ich gerade der Condor A320 D-AICG Flight Level 120 über Deutschland und der Niki A320 OE-LEX Flight Level 160 über Oesterreich.
 
grad auf radarvirtuel gesehen:

Flight Number : CFG882
Company : Condor Flugdienst
ICAO Hex Code : 3C4AA1
Reg Code : D-ABUA
Model : Boeing - B767-330ER
Departure : FRA - Frankfurt, Rhein-Main - Germany
Arrival : SPC - Santa Cruz de la Palma, - Spain
Last Message : 11:55:40 UTC
Latitude : 49.84437
Longitude : 8.68054
Altitude : 2072 m - 6798 ft
Ground Speed : 476 km/h - 296 mph - 257 knots
Vertical Speed : -293 m/min - -961 ft/min (DESCENT)
Squawk : 7650
Heading : 285º
seltsam, oder?

das stimmt nicht, die DE BUA wurde heute um 13:00 Uhr von MUC ferry nach FRA überführt und ist auch nicht weiter verplant.

- Die Condor ICG wurde ferry von LEJ nach STR überführt
- Die Condor ICK wurde ferry von MUC nach HAM überführt

gleich werden noch die Condor BUF, BOK, BOF, und BOE ferry nach FRA überführt.
 
Flugverbot gelockert

Folgenede Meldung läuft gerade im N24-Ticker durch:

Flugsicherung lockert Flugverbot: Die DFS hat die Sperrung der Lufträume an sechs deutschen Flughäfen gelockert. in SXF TXL ERF LEJ HAM und HAJ seien wieder Flüge bis Sonntagabend 2000LT eingeschränkt möglich. [...]
 
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16:15
Frankreich gibt einige Flughäfen frei

In Frankreich gab die Luftfahrtbehörde einige Flughäfen im Süden gar bis Dienstagnachmittag um 15 Uhr wieder frei. Die Flughäfen in Bordeaux und Marseille würden wieder geöffnet, erklärte ein Sprecher. Toulouse, Montpellier oder Biarritz bleiben weiter offen.
 
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