Ausflottung 737 Lufthansa

Todgesagte leben Länger ?

Hallo,
Tut mir leid, dass ich so einen alten Thread wieder nach oben hole, aber es ist ja nun doch schon fast wieder ein Jahr vergangen.
Nun ist keine 737 mehr in MUC gebased, auch der A300 hat die Lufthansa verlassen.
Nun wollte ich bloß mal nachfragen ob sich wieder was bzgl. der Ausflottung der Bobby ergeben hat?


Vielen Dank im Voraus

Grüße Daniel
 
Die 737 Flotte der LH hat Glück gehabt. Als die ersten Maschinen letztes Jahr hätten ausgemustert werden sollen brach die Nachfrage ein und plötzlich waren die A300-600 für LH wesentlich unwirtschaftlicher als die 737 und es wurden keine 737 ausgeflottet, um die Lücke im Netzwerk nicht zu groß werden zu lassen. Als dann die 737 eigentlich wieder dran gewesen wäre die Flotte zu verlassen waren dann die 50-Sitzer zum " Opfer Nr. 1 " der Flottenentwicklung der Lufthansa gewählt worden und die 737 Flotte muß nun wieder länger fliegen um nun die Kapazitätsverluste in diesem Bereich auffangen zu können.

Die letzte Nachricht zum Verbleib der 737 die ich gehört habe besagte man wolle 2010 keine 737 abgeben obwohl praktisch jeden Monat ein neuer kleiner Arbus geliefert wird. Da Ende 2010 schon 30 der 60 bestellten Airbusse im Dienst sein werden ist sowieso nur noch die halbe 737 Flotte durch diese Bestellung zu ersetzen und es stellt sich die Frage womit und wann der Rest der 737 Flotte ersetzt werden soll. Die 737 hat also sicher noch so manches Jahr bei Lufthansa vor sich.
 
mucflyer hat gesagt.:
Die Bobbys bei Lufthansa werden uns noch lange erhalten bleiben...
wink.gif


Die LH Technik hat in Abstimmung mit Boeing ein Arbeitspaket entwickelt um die B737 Flotte zwischen 2010 und 2013 für weitere 25.000! Cycles fit zu machen.
Also für immerhin rund weitere 10 Jahre :resp:

Die aktuelle Planung ermöglicht es, die Flugzeuge mit ausreichendem Planungsvorlauf in einem Gleis mit jeweils 24 Tagen Durchlaufzeit und einem für die jeweiligen Aufgaben spezialisierten Team ab August 2010 bei Lufthansa Technik Malta einzusteuern.

Tja somit ist dieser Thread auf längere Weise hinfällig :resp:
 
Tja somit ist dieser Thread auf längere Weise hinfällig :resp:

Die A300-600 haben auch noch "neue" Sitze bekommen und kurze Zeit später waren die ersten schon stillgelegt. Die 737 bleiben sicher noch einige Jahre in Dienst aber die 10 Jahre die man mit der Modifikation gewinnt wird man sicher nicht ausreitzen. Die Modifikation ist aber unumgänglich wenn man nicht die gesamte Flotte relativ zügig ausflotten will und auf der anderen Seite dürften damit auch die Chancen auf einen Verkauf der Maschinen erheblich steigen und man muß sie nicht alle an einen Schrotthändler verscherbeln wenn man sie nicht mehr braucht.
 
Sagt mal, kann man so Flieger wie die 737er überhaupt auf so lange Zeit wirtschaftlich betreiben? Je älter ein Flugzeug ist, desto höher sind ja auch die Wartungskosten - und auch der Spritverbrauch einer Klassik-737 ist doch nicht mehr up-to-date. Keine andere große Airline in Europa betreibt noch so eine große Flotte an alten Fliegern, zumindest auf der Kurzstecke.
Die durchschnittliche Lufthansa-737 ist laut Airfleets 19 Jahre alt!
Zum Vergleich, die Mittelstrecken-Flotten von British Airways (auch 737-Klassik-Betreiber) und Air France sind im Durchschnitt um die 11 Jahre alt. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Lufthansa? Reißen die Quersubventionen aus dem Langstreckengeschäft das wirklich alles raus? Fragen über Fragen...
 
BA's 19 B737-400 sind zwischen 16,5 und 18,4 Jahren alt. LH's 33 B737-300 zwischen 15 und 23,3 Jahren und die 30 B737-500 zwischen 18,4 und 19,4 Jahren. Was die Boeings also angeht, ist man "nah" beieinander. AF hat ihre letzten B737 weitergegeben (56 B737-200/-300/-500).
Bei LH sollen noch 3 B737-100 to other operator existieren.

Quelle: planespotters.net
 
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Sagt mal, kann man so Flieger wie die 737er überhaupt auf so lange Zeit wirtschaftlich betreiben? Je älter ein Flugzeug ist, desto höher sind ja auch die Wartungskosten - und auch der Spritverbrauch einer Klassik-737 ist doch nicht mehr up-to-date. Keine andere große Airline in Europa betreibt noch so eine große Flotte an alten Fliegern, zumindest auf der Kurzstecke.
Die durchschnittliche Lufthansa-737 ist laut Airfleets 19 Jahre alt!
Zum Vergleich, die Mittelstrecken-Flotten von British Airways (auch 737-Klassik-Betreiber) und Air France sind im Durchschnitt um die 11 Jahre alt. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Lufthansa? Reißen die Quersubventionen aus dem Langstreckengeschäft das wirklich alles raus? Fragen über Fragen...
es macht wenig Sinn wenn du nur das Alter der LH B737 Flotte mit dem Alter der ganzen Mittelstreckenflotten der anderen Airlines vergleichst. :eyeb:
Denn bei den anderen sind auch neuere Airbusse usw dabei
 
OK, lets do the math, wir können auch das Durchschnittsalter der Mittelstreckenflieger nehmen:


BA: 7,63 Jahre
AF: 10,12 Jahre
LH: 15,13 Jahre

[Obacht, rede hier natürlich nur von der Mainline und der Kurz/Mittelstreckenflotte, also bis A321 (bei BA noch die 757)]

Machts nicht weniger deutlich, finde ich... Wobeis mir darauf auch nicht ankommt. Ich will eigentlich nicht aufzeigen, dass LH ne veraltete Flotte hat, mich interessierts vorallem, wie man die 737 lange Zeit behalten und trotzdem wirtschaftlich arbeiten will.
 
OK, lets do the math, ...:
Du brauchst:

-Leasing-/Eigentumsquote
-dem Aktientitel zurechenbare Nettoschulden
-Pensionsverpflichtungen
-zukünftiges Flottenpersonal.

Und als Ankerpunkt zum losdenken: Jede 737, die Lufthansa abstieße, fände, wenn, dann zu (derzeit leider) günstigsten Preisen, einen Abnehmer, der damit eine Skyeurope 2 aufzieht.

Fazit?

DIY or die.
 
nicht zu vergessen, dass Lufthansa Technik MRO zu den weltweit vielleicht nur 2-3 Überholungsbetrieben zählt, die solche erheblichen Modifikationen an der Flugzeugstruktur vom Hersteller überhaupt zertifiziert bekommen. Vielleicht sogar der einzige Betrieb? Man hat diese Ingenieursleistung im eigenen Haus und braucht keine Aufträge fremd vergeben. Grundvoraussetzung damit sich die Investition rechnet.
 
Die Siuation mit dem hohen Durchschnittsalter der Mainline Kurzstreckenflotte ist hauptsächlich auf zwei Punkte zurück zu führen.
Zum einen erreichen jetzt sehr viele Maschinen gleichzeitig ein Alter von ca. 20 Jahren, da im Zeitraum 1989-1991 extrem viele neue Maschinen übernommen wurden. Dies führte nicht nur fast zur Pleite der Lufthansa sondern stellt auch jetzt bei der Erneuerung der Flotte ein Problem dar, da man in kurzer Zeit viel Geld in die Hand nehmen muß um neue Flugzeuge zu kaufen.
Zum anderen war die Flottenpolitik der Lufthansa nach dem 11. September 2001 vielleicht nicht weitsichtig genug, da man bis Ende 2007 keine einzige neue Maschine in der Größenordnung mehr übernommen hat. Bei einer Flotte dieser Größe bildet sich da sehr schnell ein Investitionsstau wenn man nicht kontinuierlich neue Maschinen übernimmt.

Gerade auf den sehr kurzen innerdeutschen Strecken ist die 733/735 Flotte sicher immer noch ganz gut im Rennen, da die Maschinen sicher längst abbezahlt sind, der Spritverbrauch bei kurzen Flugzeiten nicht ganz so ins Gewicht fällt und die Maschinen ein wesentlich geringeres MTOW haben als eine 737-700 oder ein 319 und man so Lande - und Überfluggebühren sparen kann.
 
Durchaus bedenkenswert, allerdings: meinst Du, die Pos. der LH wäre heute besser, wenn der Löwenanteil der Flotteninvestitionen seit 2000 nicht in Langstrecken-, sondern Kurzstreckengerät geflossen wäre?

Angesichts des wie-benommenen Wachstums in diesem Segment bei RYR & Co. sehe ich dies sehr zurückhaltend. Wir haben im Moment nur die Situation, daß "einfach" der Schwarm an CR2 vor seiner Zeit gehen muß (ein kleiner Teil der CL-Flugzeuge sowie einige der von EW betriebenen werden vor Ablauf von 12 Jahren seit Lieferung außer Dienst gehen), und im Bezug auf diese Flugzeuge sind die CR9/EM9 eben ein Kapazitätswachstum, während im Segment der 50-Sitzer selbst eben keine Folgeinvestition mehr vorgesehen ist, und dieses Geld jetzt offensichtlich stattdessen verwendet wird, die 737 zu ertüchtigen.

Interessant daran ist, daß der Betrieb der 50-Sitzer innerhalb des Konzerns (Einchartern einzelner DLT-F27 hatte allerdings schon Anfang der 1980er begonnen) mit 1992-bis-2010 keine zwei Abschreibungsperioden (derzeit 24 Jahre) angehalten hat und man dieses Segment vielleicht als vorübergehend notwendig, aber letztlich für industrielle Produktion als Irrweg wird bezeichnen müssen**.

Und zuletzt, am MTOW kann man bedarfsorientiert immer schrauben, beim OEW leidet die 737NG aber am VW-Golf-Syndrom - es gibt für die Classic-Bobbies abseits der Embraer keinen Nachfolger, den man hätte bestellen können.


**UA hat seine 737 komplett abgestellt und läßt stattdessen von Kontraktoren mit Firstclass ausgestattete CR7 u.ä. fliegen. "Premium"-Airline?


ps: Heißt dieses Thema nicht eigentlich Zukunft 737 Lufthansa? Mir war so... ;D
 
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Durchaus bedenkenswert, allerdings: meinst Du, die Pos. der LH wäre heute besser, wenn der Löwenanteil der Flotteninvestitionen seit 2000 nicht in Langstrecken-, sondern Kurzstreckengerät geflossen wäre?

Nein glaube ich nicht. Die Investitionen in die Langstrecke waren richtig und auch notwendig, da das Passagierwachstum auf diesen Strecken dies auch erforderte. Man hätte nur die Mainline Kurzstrecke nicht ganz vernachlässigen dürfen. Bei einer Flotte von ca. 170 Maschinen ( 737,320,306 ) muß man pro Jahr im Durchschnitt 8,5 neue Flieger übernehmen um die Maschinen nicht älter als 20 Jahre werden zu lassen. Wenn man nun sieben Jahre lang keine Maschine übernimmt, dann ist man 60 Maschinen hinter dem Soll. Was das bei aktuell 63 737 in der Flotte bedeutet dürfte klar sein.;)
 
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