Technik - Tipps & Tricks für Spotter

MS777

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Welche Kamera hast du denn?
Ich habe mit meiner P900 ganz gute Erfahrungen gemacht, bis auf das von Matthias angesprochen Manko bei den schlechten Lichtverhältnissen.
Aktuell noch eine kleine Canon SX620 Digitalkamera. Wie gesagt, fotografiere ich schon länger im Alltag, bei bewegten Objekten wird das Bild aber schnell unscharf

Wenn du schon sagst, dass du das Hobby ernsthafter betreiben willst, würde ich schon zu einer DSLR raten. Ich nehme mal an mit Digitalkamera, meinst du diese Pocketcams? Wenig geeignet wegen beschränktem optischem Zoom und winzigen Sensoren, außer man nimmt eine RX100 der neueren Generationen, aber da ist man dann auch beim Preis einer guten DSLR.
Sofortbildkamera ist in meinen Augen überhaupt keine Option, da hat man ja nichtmal Zoom und die Qualität ist unter aller Kanone.

Preise sind, wie Matthias schon sagte, nach oben offen. Bei der Fotografie gilt, wer billig kauft, kauft zweimal! (oder auch, you get what you pay for) Fürs Spotten allein braucht man aber kein high end Equipment und Fotokram kann man gut gebraucht kaufen. Nikon D3300 geht auf Ebay für unter 200 her. Das Tamron 70-300 (wohl das Einsteigerobjektiv schlechthin) für etwas über 200.
Damit wärst du für den Anfang ausgestattet, die Kamera hat für den günstigen Preis echt gute Technik drin und die Linse ist auch absolut ok für das Geld. Die beiden Teile wären so meine Preis/Leistungssieger im unteren Segment.

Zusätzliche Ausrüstung: Schultergurt! Dein Nacken wird es dir danken. Alternativ kann man die Kamera natürlich auch immer ablegen, aber das staubt ziemlich die Frontlinse ein, mach ich ungern.

Eingewöhnungszeit: Kurz bis keine. Einmal die Funktionen kennenlernen und Standartsettings für verschiedene Lichtsituationen erarbeiten und dann läufts von selbst. Ich fotografiere grundsätzlich in der Blendenvorwahl und behalte lediglich die errechneten Verschlusszeiten im Auge und korrigiere bei Bedarf den ISO.
Danke für die hilfreichen Tipps!
Im Internet finden sich aber auch Kamera Sets ( Objektiv, Spiegelreflexkamera, Speicherkarte etc. ) Ist von so einem "Kit Objektiv" eher abzuraten, oder tut es das auch?
 

DirtyCrow

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Kit Objektive sind meist so gut, wie die Kamera mit der sie kommen. Ich kann hier nur von Nikon sprechen, da ist das 18-55, das mit den Einsteigerkameras kommt, ne ziemliche Scherbe. Das 24-120 hingegen, das man zusammen mit D780 beispielsweise ordern kann, ist eine tolle Linse.
Das größte Leiden der Kitlinsen ist aber die Brennweite, das sind in der Regel Allrounder für Familienfotos und Urlaub. Zum Spotten braucht man schon ein bisschen was am langen Ende. Bei nem APS-C Sensor sollte man 300mm anpeilen, am Vollformat eher 400mm.
Wichtig ist hier die Umrechnung zu kennen. Beim Vollformat-Sensor entspricht die Brennweite dem, was auf der Linse steht, am APS-C muss man das x1,6 bei Canon und x1,5 bei allen anderen Herstellern rechnen. Bei einem MFT Sensor dann schon x2. Je nach Airport solltest du am kurzen Ende nicht zu weit über 100mm kommen, sonst kann es bei großen Vögeln sehr eng werden und am langen Ende sollten wenigstens 400 stehen um auch Bizjets noch einigermaßen ablichten zu können.
Kleiner Referenzwert aus München: Wenn ich mit dem 100-400mm an der Südbahn direkt am Zaun stehe muss ich für eine A350 bereits Vollformat benutzen, will ich sie genau von der Seite her ins Bild bekommen, auf APS-C gehts nur noch schräg. Auf dem Südhügel stehend ist die A350 mit den 100mm am APS-C gerade noch so zu framen.
Klingt am Anfang alles wahnsinnig theoretisch und Fachchinesisch, ist aber letztlich das kleine 1x1 der Fotografie und geht in Fleisch und Blut über wenn man es mal verinnerlicht hat, gerade wenn man zwei Sensorgrößen dabei hat, wird das sehr zur Gefühlssache und man rechnet nichts mehr, also keine Angst davor.
 

MS777

Mitglied
Kit Objektive sind meist so gut, wie die Kamera mit der sie kommen. Ich kann hier nur von Nikon sprechen, da ist das 18-55, das mit den Einsteigerkameras kommt, ne ziemliche Scherbe. Das 24-120 hingegen, das man zusammen mit D780 beispielsweise ordern kann, ist eine tolle Linse.
Das größte Leiden der Kitlinsen ist aber die Brennweite, das sind in der Regel Allrounder für Familienfotos und Urlaub. Zum Spotten braucht man schon ein bisschen was am langen Ende. Bei nem APS-C Sensor sollte man 300mm anpeilen, am Vollformat eher 400mm.
Wichtig ist hier die Umrechnung zu kennen. Beim Vollformat-Sensor entspricht die Brennweite dem, was auf der Linse steht, am APS-C muss man das x1,6 bei Canon und x1,5 bei allen anderen Herstellern rechnen. Bei einem MFT Sensor dann schon x2. Je nach Airport solltest du am kurzen Ende nicht zu weit über 100mm kommen, sonst kann es bei großen Vögeln sehr eng werden und am langen Ende sollten wenigstens 400 stehen um auch Bizjets noch einigermaßen ablichten zu können.
Kleiner Referenzwert aus München: Wenn ich mit dem 100-400mm an der Südbahn direkt am Zaun stehe muss ich für eine A350 bereits Vollformat benutzen, will ich sie genau von der Seite her ins Bild bekommen, auf APS-C gehts nur noch schräg. Auf dem Südhügel stehend ist die A350 mit den 100mm am APS-C gerade noch so zu framen.
Klingt am Anfang alles wahnsinnig theoretisch und Fachchinesisch, ist aber letztlich das kleine 1x1 der Fotografie und geht in Fleisch und Blut über wenn man es mal verinnerlicht hat, gerade wenn man zwei Sensorgrößen dabei hat, wird das sehr zur Gefühlssache und man rechnet nichts mehr, also keine Angst davor.
Vielen Dank für die umfassende Beratung!
Ich denke, dass ich mich nun doch für die Kamera + extra Objektiv entscheide.
Die Bedeutung der Brennweite war mir vorher nicht bekannt, darauf werde ich beim Kauf achten.
LG
 

DirtyCrow

Mitglied
Falls du noch keine Vorstellung hast, welchen Hersteller du bevorzugst, solltest du in ein Fachgeschäft gehen und diverse Modelle mal in die Hand nehmen. Haptik und Plazierung der Bedienelemente unterscheiden sich doch bei den Herstellern teilweise erheblich.
 

MS777

Mitglied
Falls du noch keine Vorstellung hast, welchen Hersteller du bevorzugst, solltest du in ein Fachgeschäft gehen und diverse Modelle mal in die Hand nehmen. Haptik und Plazierung der Bedienelemente unterscheiden sich doch bei den Herstellern teilweise erheblich.
Ich denke, dass es herstellermäßig keine große Auswahl geben wird...
Vielleicht klappt es dann mit einer neuen Kamera auch endlich mit der Genehmigung eines meiner Bilder bei Jetphotos :)
 

moddin

Mitglied
Ich denke, dass es herstellermäßig keine große Auswahl geben wird...
Vielleicht klappt es dann mit einer neuen Kamera auch endlich mit der Genehmigung eines meiner Bilder bei Jetphotos :)
Also Hersteller gibt es schon ein paar, nicht nur Canon, Nikon und Sony.

bezüglich Jetphotos: das liegt weniger an Kamera und Objektiv als mehr an der Bearbeitung danach. Klar, mit einem 'schlechten' Fotogehäuse wird‘s schwieriger.
 

pkautzsch

Mitglied
Ich denke, dass es herstellermäßig keine große Auswahl geben wird...
Vielleicht klappt es dann mit einer neuen Kamera auch endlich mit der Genehmigung eines meiner Bilder bei Jetphotos :)
Jetphotos ist recht streng. Das betrifft einerseits Aspekte wie Bildausschnitt, Horizont, leichteste Vignetten (bei langen Brennweiten fast unvermeidlich - aber in der Bearbeitung auch leicht wegzubekommen) usw. - andererseits aber auch technische Feinheiten wie "JPG Compression Artifacts" (die nicht nur von zu starker Datenkompression, sondern auch von zu starker Rauschunterdrückung kommen können) und vor allem die immer wieder als Ablehungsgrund angeführten "Editing Halos", also hellere Bereiche um den Flieger herum, die durch automatische Kontrastverbesserungen u.ä. entstehen.
--> Am besten schaltet man alle automatischen "Bildverbesserungen" in der Kamera aus, fotografiert in RAW + JPG und macht die Bearbeitung zuhause.
 

MS777

Mitglied
Jetphotos ist recht streng. Das betrifft einerseits Aspekte wie Bildausschnitt, Horizont, leichteste Vignetten (bei langen Brennweiten fast unvermeidlich - aber in der Bearbeitung auch leicht wegzubekommen) usw. - andererseits aber auch technische Feinheiten wie "JPG Compression Artifacts" (die nicht nur von zu starker Datenkompression, sondern auch von zu starker Rauschunterdrückung kommen können) und vor allem die immer wieder als Ablehungsgrund angeführten "Editing Halos", also hellere Bereiche um den Flieger herum, die durch automatische Kontrastverbesserungen u.ä. entstehen.
--> Am besten schaltet man alle automatischen "Bildverbesserungen" in der Kamera aus, fotografiert in RAW + JPG und macht die Bearbeitung zuhause.
Ich glaube, Übung macht den Meister...
Bei mir kommen als Ablehnungsgründe meistens "too much or too little contrast" oder "too much noise or grain".
Etwas merkwürdig finde ich aber, dass beim Versuch, einen dieser Aspekte zu verbessern, meist neue Gründe wie " JPG compression artefacts" erscheinen...

Ich möchte jetzt aber auch nicht zu viele Beiträge schreiben, da ich ursprünglich ja nur meine Bilder hier veröffentlichen wollte...

Vielen Dank für die Hinweise!
 

DirtyCrow

Mitglied
Ich glaub es gibt schon einen Thread bezüglich Editing für Jetphotos.
Das mit dem Kontrast kann ich aber auch hier schnell klären. Es liegt in 99% der Fälle daran, dass das Histogramm nicht gänzlich ausgenutzt wurde oder auf einer Seite starker Überhang herrscht.
Im RGB Histogramm sollte sowohl an der dunkelsten, als auch an der hellsten Stelle ein winziges Fitzelchen Farbe sein.
Praktisch heißt das im Lightroom, dass man mit Weiß/Schwarz (nicht mit Lichter/Schatten!!!) so lange erhöht, bzw. verringert bis links und rechts am Histogramm das erste bunte Dreieck auftaucht, dann ist der Kontrast nach Meinung von Jetphotos richtig.

Noise/Grain ist in der Regel ISO-Rauschen, bei Hosentaschen-Kameras ein kaum zu vermeidendes Problem, bei einer DSLR kein wirklicher Aspekt mehr.

Ich möchte jetzt aber auch nicht zu viele Beiträge schreiben, da ich ursprünglich ja nur meine Bilder hier veröffentlichen wollte...
Das ist nicht Instagram, solang es Themenbezogen bleibt, wird dir hier keiner das Verfassen von Beiträgen vorwerfen ;)
 

eupemuc

Mitglied
Jetphotos ist recht streng
Ich weiß nicht. Ich schicke meine Bilder an Planespotters, Planepictures und Jetphotos. Mal abgesehen davon, dass Bilder, die bei einem abgelehnt werden, bei einem anderen anstandslos angenommen werden, habe ich die meisten Ablehnungen bei Planepictures (meist too low contrast/balance ).
 

DirtyCrow

Mitglied
Jetphotos ist von den dreien in meine Augen der vorhersehbarste. Hältst du da die Basics ein, kommt das Bild auch durch.
Bei den anderen hab ich schon einiges an Varianz in der Bewertung der Bilder gesehen, lade mittlerweile aber nur noch bei JP hoch.
 

MS777

Mitglied
Demnach würde ich Euch jetzt (solange ich Euch nicht mit meinen Fragen nerve) in genanntem Forum um weiteren Rat bitten
 

Markus89

Mitglied
Bist Du auch zufällig hier im Raum MUC?
Mein Problem:
Ich hatte Jahrelang eine 500D und das 55-250 IS von Canon (das alte, nicht das STM).
Nun hab ich seit kurzem die 90D und das 55-250 IS STM (das alter jedoch nicht mehr).
Meine Bilder sind jetzt aber häufig einfach Schrott... (die Schärfe ist einfach nicht die, die sie sein sollte/die ich von der 500D gewohnt bin...). Auch bei Blende 8 und 1/2000 erscheinen die Bilder nicht wirklich scharf.
Vermutlich liegt der Fehler am Anwender, ich weiß aber nicht mehr, was ich umstellen könnte...
Daher die Frage, ob man sich mal mit einem anderen 90D Spotter am MUC treffen könnte, umzu sehen, ob ich einfach nur zu blöd bon (hoffentlich) oder doch ein Fehler vorliegt (am Obi oder der Cam).

Danke,
Markus
 

MatthiasKNU

Mitglied
Servus Markus!

Na ja, (Groß-) Raum MUC, ja, aber ich bin zur Zeit leider kaum am MUC.
Das 55-250 hab ich auch, war mit dem aber eigentlich noch nie zufrieden, und nutze es auch nicht.
Poste doch bitte mal ein Bild, sodass man sehen kann, was nicht stimmt.
 
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