na dann wollen die münchner controller mal
betrachten wir erst mal frankfurt, wobei ich nur movements betrachte (paxe sind für's pistensystem absolut irrrelevant):
EDDF macht als Kapazitätseckwerte 78 vormittag, 80 nachmittag (zwischen 14 und 20 uhr oder so, keine ahnung wie's darauf gekommen sind). da ihre nachtflugbeschränkung eigentlich nur um die drei stunden beträgt (denke ich), können sie sehr gut in den tagesrandzeiten arbeiten. die normalen, gesuchten zeiten sind logisch voll. hier macht die vierte piste sinn und müßte meineserachtens auch sein. die NW Piste macht keinen sinn, da eine nutzung nur von 'kleinen' (wann ist ein flieger klein?) die kapazität nur unwesentlich anheben würde, auch sind die taxi-zeiten einfach zu groß (ist ja schon jetzt schlimm da, was aber meist an blockierten gates liegt) einzig sinn macht eine unabhängige parallel-piste im süden, oder gar zwei? das wird sich politisch nicht durchsetzen lassen. (ja ich kenne das FAA gutachten, aber die haben nur das geliefert, was 'politisch' gewollt war. warum sonst werden alle plätze entsprechend 'Atlanta' gebaut? auch wenn in EDDF das Terminal 1/2 halt nicht zwischen den pisten wäre, aber nummer 3 läge schon da, also baut man es halt etwas größer....)
wirkliche lösung für EDDF? mir fällt keine ein, da die NW-Piste nicht kommen wird (alleine schon wegen Ticona) und sie für eine wirklich radikale Lösung weder Mut noch Stehvermögen hätten.
dennoch wird Frankfurt durch kleine optimierungen weiter wachsen, langsam aber immerhin (mehr als 2% movement bezogen wird's aber nicht werden)
EDDM hat einen Eckwert von 87 pro Stunde, restriktiven Nachtschutz und noch eine Menge Slots. Ja, sicher noch eine Menge, aber wie schon erwähnt zu den falschen Zeiten. Erst kürzlich gab's einen 'Demand' (sprich Nachfrage) von 126 Bewegungen in der Stunde. Alleine daran kann man erkennen das eine dritte Piste in München nötig ist, über kurz oder lang. Da bei einem großen Flughafen (MUC und FRA sind die beiden großen in BRD, alles andere ist halt mittelklasse) es sich so verhält wie bei Computerkapazität (wird sie angeboten ist sie kurze zeit später auch schon genutzt bis zum anschlag), würde eine vorhandene dritte Piste auch das Wachstum beschleunigen.
sprich das pistensystem von MUC ist ca 3-6 Stunden am Tag nahe oder über der maximalen kapazität. und je länger die peaks dauern, desto schlimmer wird es auch, erläterung per beispiel:
'früher' gab's inbound-rush von ca 45 min. dann kurze pause, dann alles wieder raus als deps. wenn da noch 10 flieger mehr kamen war's kein problem, die hat man einfach nach 'hinten' geschoben und sie sind immer noch zügig gelandet. jetzt dauert der ganze quatsch auch mal 90-120 min (mit einer kleinen delle manchmal), nur das ca 50 min nach der 'ersten' landung (aus dem rush) die departures wieder rausgehen. das wiederrum heißt dann halt 'good-bye 3 NM spacing' da man halt doch so 4-5 braucht um einen rauszubekommen. nur hat man halt noch x inbounds da, die plötzlich nicht mehr so schnell abfließen wie vorher, ergo kommt auch der luftraum an seine grenzen. das wiederum hat, im extremfall, da das ganze routensystem deutlich für frankfurt konzipiert ist, auswirkungen bis in die umliegenden units...
und jedes jahr wird's schlimmer.
summasumarum brauchen sowohl frankfurt als auch münchen eine piste mehr. frankfurt hat's halt vergooft, weil sie a) zu spät dran sind und b) die ganze planung einfach schwund ist dort. planloses rumgestückel.
MUC wäre jetzt früh genug dran, trauen sich aber von politischer seite her wieder nicht bis es zu spät ist. (was es eigentlich schon ist)
aber auf die leute die an den jeweiligen stellen arbeiten, wird ja nur selten gehört, nicht nur bei so großen sachen wie neue piste, auch was Taxiways, Enteisung etc angeht...
Saigor