EU hebt Libyen-Embargo auf

flymunich

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Luxemburg (dpa) - Die Europäische Union hat das Waffenembargo gegen Libyen aufgehoben. Die EU-Außenminister beschlossen in Luxemburg außerdem, Flugverbindungen mit dem nordafrikanischen Staat wieder zuzulassen. Damit ist der Weg für eine engere politische und wirtschaftliche Kooperation geebnet. Das dürfte auch das Problem mit illegalen Flüchtlingen betreffen, die häufig von Libyen aus über das Mittelmeer in die EU wollen. Revolutionsführer Muammar el Gaddafi hatte zuvor dem Terrorismus abgeschworen.
 
...heißt das dann LH, OS, LN, AZ, SR und alle anderen sind illegal geflogen? ???
Ich halte für die LH übrigens ein Tripolisrouting ab MUC für gescheiter als ab FRA! 8)
 
Deutsche Wirtschaft setzt Hoffnungen auf Libyen



Berlin (AFP) - Die deutsche Wirtschaft setzt große Hoffnungen auf einen schnellen Ausbau des Handels mit Libyen. "Wir gehen davon aus, dass wir bei den Exporten schon in diesem Jahr die Grenze von 600 Millionen Euro erreichen werden", sagte der Nordafrika-Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Jochen Clausnitzer, anlässlich der Reise von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in das Land. Dies wäre ein Anstieg des Ausfuhrwertes um rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Chancen sehen die Firmen laut DIHK vor allem im Energie- und Infrastrukturbereich. Dort steht die Vergabe von Aufträgen in Milliardenhöhe an.

"Die deutsche Wirtschaft hat ein riesiges Interesse an Libyen", sagte der Experte des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Peter Kreutzberger der Nachrichtenagentur AFP. Zum Teil gebe es regelrecht "euphorische Vorstellungen", was das Potenzial des Landes angehe.

Schröder fliegt am Donnerstagabend nach Libyen und wird dort von einer 26-köpfigen Unternehmerdelegation begleitet. Die Plätze für die Reise mit dem Kanzler nach Libyen seien "hart umkämpft" gewesen, hieß es aus der Wirtschaft. Insgesamt hätten rund 70 Unternehmen Interesse gezeigt, von denen nur rund ein Drittel mitreisen konnte.

Die Wirtschaftsbeziehungen zu Libyen waren jahrelang durch internationale Sanktionen eingeschränkt. Ein UN-Embargo verbot bis zum vergangenen Jahr die Lieferung von Waffen und so genannten Dual-use-Gütern, also Technik die sowohl eine zivile wie auch militärische Anwendung finden kann. Entscheidend war den Verbänden zufolge aber die Aufhebung der US-Sanktionen gegen das Land im April. Deutsche Firmen waren von dem Handelsverbot zwar nicht direkt betroffen, konnten aber bei Geschäften in den USA benachteiligt werden, wenn sie einen Umsatz von mehr als 20 Millionen Dollar mit Libyen erzielten.

Die Bundesregierung hat zudem im August wieder Hermesbürgschaften für Geschäfte mit Libyen ermöglicht, durch die sich deutsche Firmen absichern können. Dies war Folge von Entschädigungszusagen durch Tripolis für die der Opfer des Bombenanschlags auf die Diskothek La Belle von 1986.

Zwischen Januar und Juli waren die deutschen Ausfuhren nach Libyen bereits um 10,5 Prozent auf 370 Millionen Euro gestiegen. Deutschland stand zuletzt für zehn Prozent der Einfuhren nach Libyen und war damit nach Italien (25 Prozent) zweitgrößter Lieferant.
 
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