BCG The Boston Consulting Group / Flughäfen stehen vor ...

flymunich

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Die Flughäfen werden im nächsten Jahrzehnt ein sehr unterschiedliches Bild bieten: Während an einigen Standorten mit überfüllten Wartehallen zu rechnen ist, werden andernorts gerade eröffnete Terminals verwaist sein. Die Flughafenbetreiber hatten nach SARS und 9/11 mit einem Wiederanstieg der Passagierzahlen gerechnet und weiter investiert. Stattdessen steht die Luftfahrtindustrie vor einem grundlegenden Umbruch. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen BCG-Studie.
Zwei Faktoren werden die Profitabilität von Flughäfen nachhaltig beeinträchtigen: Der Flugverkehr wird geringer wachsen als erwartet und sich vor allem nicht mehr gleichmäßig auf die Flughäfen verteilen. Gleichzeitig sind die Fluglinien gezwungen, ihren Kostendruck verstärkt an die Airports weiterzugeben. Die fehlende Auslastung und die schlechten Kostenstrukturen stellen die Geschäftsmodelle der Flughäfen, die bisher auf Wachstum ausgerichtet sind, in Frage. Investitionen rentieren sich nur noch für wenige internationale Drehkreuze. Zu diesen "Mega-Hubs" zählen voraussichtlich nur neun der 200 Großflughäfen weltweit. Viele der anderen Flughafenstandorte stehen vor Überkapazitäten und müssen sich entsprechend ihrer Marktposition spezialisieren.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nach der Studie können wir den Airport bald zusperren. Da wurde scheinbar wieder viel Geld zum Fenster rausgeschmissen.

Gleiches konnte man heute in der AZ lesen.
CSU beauftragt Marktforschung -> Ergebnis war eine Beitragserhöhung. Toll was hier so rauskommt?
Das kann jeder kleine Vereinskassier auch sagen, bekommt aber nicht 500.000 Euro dafür. :(
 
Interessanter Artikel!

Allerdings haben die Autoren dieses Artikels vergessen, dass an einigen Mega-Hub's einfach der Platz zu einem unbegrenztem Wachstum fehlt, so z.B. FRA.

Selbst in Paris machte man sich ja Gedanken darüber einen künftigen Mega-Hub in über 100 km Entfernung zu bauen.

So ganz sehe ich nicht, wo die Schwierigkeiten in einer Aufteilung, natürlich bei entsprechender Nachfrage, sein soll.

Natürlich wird es in einem flächenmäßig kleinem Land wie D keinen Sinn machen mit 3 oder mehr Hub's zu arbeiten. Ähnliches gilt für Italien oder auch Spanien. Aber einen 2. Airport, der die Flüge, die der "Haupt-Hub" nicht mehr übernehmen kann zu betreiben, macht durchaus Sinn und läuft, wie man an Hand von MUC, BCN, MAN sehen kann ganz gut.

Ein Problem wird es mit Airports wie ATL geben, falls der Homecarrier den Bach runter geht. Das lokale Aufkommen von ATL dürfte vielleicht bei 20% der derzeitigen Verkehrszahlen sein - womit natürlich der Airport um ein vielfaches überdimensioniert wäre. Ähnlich wäre es wahrscheinlich in MUC, wenn LH sich zurückziehen oder insolvent werden würde (wobei das Lokalaufkommen prozentual weit höher, als in ATL läge).

Bei anderen Gebieten, wie z.B. NYC war das Wegbrechen der Homecarrier wie TWA und PanAm bei weitem keine solche Katastrophe. Das ist einfach ein Gebiete, wie London, Tokio, etc., die alleine durch ihre Größe und Wirtschaftskraft für alle Airlines interessant und nicht in 1. Linie auf Umsteigerverkehr angewiesen sind.

Zu dieser Kategorie gehört FRA allerdings nicht. Sollte LH sich aus FRA zurückziehen und einen anderen Hub wählen, würde dieser Airport in eine ähnliche Kategorie zurückfallen, wie MUC oder DUS.
 
Diese Studie könnte fatale Auswirkungen bei unseren Politikern hervorrufen:
Wozu dritte Bahn in muc? Gefahr von Fehlinvestitionen.

Richtig wäre dritte Bahn als Signal: muc kann als einer der wenigen Hubs noch ordentlich wachsen.
 
[quote author=flymunich link=board=2;threadid=627;start=0#msg5382 date=1082549139]

Das Wachstum der wenigen "Drehkreuze" - dazu zählen in Europa voraussichtlich nur London Heathrow, Paris Charles De Gaulle und Frankfurt Rhein-Main - geht zunächst zu Lasten von Großflughäfen ohne starke Partner mit Allianzeinbindung. .
[/quote]

Grundsätzlich gehe ich mit dem Artikel großteils konform !

Allerdings muss man auch genau lesen.

Einmal schreiben sie: ...in Europa voraussichtlich...! Sie haben beispielsweise AMS auch nicht im Programm, was Blödsinn ist. Solange KLM sich nicht verabschiedet, wird AMS weiterhin Hub bleiben. Selbst Brüssel ist nach den Einschnitten bei Sabena immer noch im Fernstreckennetzt der Airlines vertreten, nur halt geschrumpft und fast ausschließlich für das lokale Aufkommen. Ähnlich hat es ZRH getroffen und ich fürchte es wird ZRH noch stärker treffen.

Übrigens, was MUC betrifft, ist dieser Artikel nicht so negativ, wie es im 1. Moment erscheint.

Denn wie in dem Artikel schon steht: "Das Wachstum der wenigen "Drehkreuze geht zunächst zu Lasten von Großflughäfen ohne starke Partner mit Allianzeinbindung..."

Einen größeren Einsatz eines Carriers und Allianzeinbindung als in MUC ist wohl derzeit kaum an einem anderem Airport zu finden.

Insofern könnte man diese Studie durchaus an die Politiker weiterleiten. Man müsste nur die wichtigen Stellen unterstreichen oder es ihnen in der richtigen Weise vorlesen.

Wie ich schon öfter geschrieben habe: Auch wenn ich (wir) immer mal auf die LH schimpfen - aber ohne LH wäre MUC verloren.
 
[quote author=munich link=board=2;threadid=627;start=0#msg5389 date=1082552838]
....................

Zu dieser Kategorie gehört FRA allerdings nicht. Sollte LH sich aus FRA zurückziehen und einen anderen Hub wählen, würde dieser Airport in eine ähnliche Kategorie zurückfallen, wie MUC oder DUS.
[/quote]

MUC und DUS in einer Kategorie??????????? Ketzer!
Richtig wäre: fällt FRA in die Kategorie von DUS zurück ;)

und nein, ich freß dich nicht wegen der aussage in dem anderen thread. für uns sind flieger nur quadratisch, grün und hohl ;) , egal ob das jetzt eine extravagante VIP-747SP, ein meganeuer A340-600 oder ein popeliger CRJ ist. Peak ist Peak....

und was den Artikel angeht, es ist sicher etwas wahres dran, aber die Trefferquote von Zukunftsvorraussagen von Wirtschaftsexperten und Analysten sind niedriger als die eines Affen der Analysen per Dart-Pfeil macht. (Gab' mal einen Versuch mit einem Aktiendepot, der Affe hat gewonnen ;) )

Saigor
 
;D Hast recht Saigor!

War eigentlich anders gemeint. Ich hätte schreiben müssen: ...würde dieser Airport in eine ähnliche Kategorie zurückfallen, wie MUC oder sogar DUS.

Besser so?

(War aber eigentlich so von mir gemeint! Deitscher Sprach, schwerer Sprach ;D)
 
Na toll!

Celestar, da kann man mal sehen, wie genau wir analysiert haben.

Übrigens, hast Du bei Bild 14 bei MXP den Index 3 und bei Bild 7 bei SIN den Index 1 gesehen?

"(1) No exact figures about expansion measures available"
"(3) No data for 2003, change 2000–2002"

Da hätten sie halt mal ins "mucforum" schauen müssen, dann hätten sie die "datas" sehen können. ;D
 
Übrigens, bei Bild 16 (freie / belegte Kapazitäten) wurden offensichtlich nur die Terminals berücksichtigt!

Auf die RWY's hat man dabei nicht geachtet!

Bei den Eigentumsverhältnissen hat man auch nicht weiter hinter die Kulissen geschaut. So wird Frankfurt als "Private owned(1)/ [(1) Classification of airports as private owned from start of prioritization process]" bezeichnet.

Wie weit dies zutrifft, hab ich auch kürzlich in airliners.de geschrieben. Hier der Auszug dazu:

http://www.airliners.de/community/viewtopic.php?topic=17350&forum=1

Hab mir grad mal die Zahlen von der FRAport-Seite geholt:

http://www.fraport.de/cms/ir/dok/7/7955.faq_06.htm

Wer sind die größten Aktionäre?

Land Hessen
32,04 % (28.953.600 Aktien),

Stadt Frankfurt (über Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH)
20,47 % (18.489.600 Aktien),

Bundesrepublik Deutschland
18,32 % (16.556.800 Aktien),

Streubesitz
29,17 % (26.211.058 Aktien)
(Institutionelle und private Investoren, Mitarbeiter)


Das heißt, dass 70,83% der Anteile bei der öffentlichen Hand liegen. Hier von einem privaten Airport zu sprechen, wäre schon fast eine "Sauerei", da der Steuerzahler damit mehr als 2/3 bei "versteckten Subventionen" a la "Reierair" in HHN tragen muss.


Interessant auch das Central Japan Intl. Airport Project" das mit einem Volumen von 20 Mio. angegeben wird.
 
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