Ich kann dieses blödsinnige Arbeitsplatz-Argument nicht mehr hören.
Jedes noch so unsinnige Projekt wird mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gerechtfertigt.
Für die im DAX gelisteten Unternehmen war 2004 eines der ertragsstärksten Jahre überhaupt und haben sie Arbeitsplätze geschaffen?
Ja, aber in China.
Unsinnige Projekte durchzuboxen ist genauso falsch, wie sinnvolle mit zu viel Bürokratie zu blockieren.
Nur haben sich die großen Unternehmen in D angewöhnt, die (angeblich) unsichere Wirtschaftssituation für ihre Zwecke auszunutzen, indem die Arbeitsplatzkeule ausgepackt wird.
Sobald mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht wird, scheint bei manchen in D der Verstand auszusetzen.
A380-Wartungshalle:
Hier wird bewußt am falschen Standort gebaut. Während in MUC die Fläche brach liegt, müssen in FRA Bäume gefällt und allerlei juristische Hürden gemeistert werden.
Die Ferryflüge sind auch kein Problem, wenn es die LH mit ihrem 2. Hub wirklich ernst meinen würde. Und man könnte die A380 auch in die FRA-MUC Rotation eingliedern.
Das Problem mit der CCT-Halle ist, dass diese bewußt zu klein für den A380 gebaut wird, so dass die LH in ein paar Jahren noch eine zusätzliche Halle bauen "muß". Natürlich wird dann auch wieder mit dem Verlust von Arbeistplätzen gedroht ... oder ein paar Gerüchte über die Verlagerung nach MUC gestreut. Das hat ja jetzt sehr gut geklappt.
4. Bahn in FRA:
Auch dieser Bau ist völlig unsinnig, genauso wie es die Startbahn 18 schon war. Da hätten sie lieber einmal auf die Ökoheinis gehört.
Anstatt eine 4000m!!! Bahn zu bauen, die dann nur in eine Richtung zum Starten benutzt werden kann und zum Landen überhaupt nicht!!!, hätten sie sich nach einem Alternativstandort umsehen können.
Und jetzt geht der Irrsinn mit der 4. Bahn weiter. Als nächstes legen sie wohl einen Taxiway zur Wiesbaden AB.
Finkenwerder:
Dieser Standort ist die Krönung der Unsinnigkeit und einer Bunkermentalität ohnes Gleichen.
Der Platz liegt am Ende des Hafens, eingekeilt zwischen Elbe, Ortschaften und Naturschutzgebieten und ist für zukünftige Projekt sowieso nicht geeignet.
Doch anstatt sich rechtzeitig um einen geeigneten Alternativstandort zu kümmern, bunkert man sich ein und droht mit Arbeitsplatzverlust.
In Schwerin/Parchim liegt eine 3000m Bahn brach, die könnten sie wenn nötig auf 10000m verlängern und 100m breit machen und es würde auch niemanden stören. Dann wäre Hamburg aber sein Prestigeunternehmen los und dass musste natürlich verhindert werden.
So hat sich Finkenwerder dann gegenüber Parchim druchgesetzt, weil es der bessere Standort für den A380-Bau sei und nun jammern sie in Finkenwerder, dass sie mit dem A380 nicht alles machen können, was sie so wollen.
Pech gehabt, dann hätte sich Airbus eben für den wirklich besseren Standort entscheiden müssen und sich nicht von der Politik rein reden lassen dürfen. Erst bewirbt man sich mit diesem ach so tollen Standort und jetzt ist eine weitere Entwicklung am Platz angeblich unmöglich. War er wohl doch nicht der beste Bewerberplatz. Und für diese Fehlentscheidung sollen jetzt die Anwohner die Zeche zahlen?
Hat sich schon mal jemand überlegt, was als Nächstes kommt, wenn AI mal wieder Platz braucht? Elbe zuschütten?
Es kann sich ja jeder vorstellen wie dass gelaufen ist:
Airbus: Eigentlich müßten wir wo anders bauen, weil in Finkenwerder ist kein Platz.
Politik: Nein, nein ihr könnt ruhig in Finkenwerder bleiben. Geht bloß nicht zu den Ossis. Wir enteignen euch den Platz schon groß genug.
Nicht die Gegner der Bahnverlängerung gefähren Arbeitsplätze, sondern das Management und die Politik, die auf Teufel-komm-raus am falschen Standorten festgehalten haben.
Genauso wie in den 70igern als der Werksflugplatz nach Ingolstadt verlagert werden sollte. Da müßte man heute nichts verlängern.
Und man könnte die Maschinen sogar simultan ausliefern.
