Treibstoffpreise, JIT-Lieferketten ohne Luftfracht

Wie bei allen derartigen Fällen: Alle wissen es, aber jeder hofft, dass der Worst Case nie eintrifft.
 
Angeblich wurden 40% des in Europa verbrauchten Kersosins durch die Strasse von Hormus verschifft / geliefert.

Das ist keinesfalls kompensierbar.

Der Artikel basiert auf der gleichen Pressemeldung, beleuchtet das Thema aber etwas ausführlicher:

 
LH hat noch bis in den Winter einen Hedge, aber ab September wird es jeden Monat 5% weniger Deckung geben. Laut SZ wird gerade an Szenarien gebastelt am Ende des SFP26 die A346, B744, A319 und CRJ zu parken bzw. auszuflotten. Insgesamt wird entweder 2,5 oder 5% des Betriebs gestrichen.

MUC kriegt sein Jet A von der OMV in Burghausen via Pipeline und/oder über die Bahn aus Kuiper/Slowenien. Letzteres wohl import Ware. Die OMV kriegt (wie Eichstätt) sein Erdöl über eine Pipeline aus Venedig. Das kommt wohl auch aus dem mittleren Osten.
 
Laut Internet führt die Transalpine Leitung (TAL) von Triest über Burghausen nach Ingolstadt und weiter. Das Öl stammt aus Kasachstan, Libyen und Norwegen. Ein geringer Anteil aus dem Mittleren Osten.
Das Öl wird in Ingolstadt zu Kerosin raffiniert. Somit wäre MUC nicht ganz so betroffen von Kerosinknappheit.
Dagegen wird bis zu 40% fertiges Kerosin nach Europa/ Deutschland geliefert (Norden/ Westen, GB). Vor allem aus dem Mittleren Osten.
Hat jemand genauere oder bessere Informationen?
Halten wir aufgrund dessen im worst case möglicherweise länger durch als FRA, HAM, DUS, AMS, CDG und LHR (Preise/ Verfügbarkeit)?

Edit: Sorry- OMV Burghausen raffiniert auch schon und liefert über eine Pipeline direkt zum Flughafen.
Per Bahn kommt der Sprit aus Vohburg/ Donau, diese Raffinerie ist auch an die TAL angeschlossen.
Ingolstadt ist also denke ich nicht richtig, wie oben geschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kaum spricht man über TAL und die Versorgungssicherheit von MUC, schon gibt es Hinweise auf einen versuchten Anschlag. Deswegen gab es also auch die zeitlich begrenzten Rationierungen in Norditalien. Ich war verwundert woher man weiß, dass ab dem 10.04.26 die Knappheit an den Flughäfen vorbei sein wird. Die Lösung ist, dass man wusste, man braucht drei Tage um die Pumpstation in Terzo di Tolmezzo wieder ans Stromnetz anschließen zu können.

 
Laut Internet führt die Transalpine Leitung (TAL) von Triest über Burghausen nach Ingolstadt und weiter. Das Öl stammt aus Kasachstan, Libyen und Norwegen. Ein geringer Anteil aus dem Mittleren Osten.
also Führt die Leitung von Norwegen aus über die Alpen nach Ingolstadt? Oder wird das Öl mit einem Tanker von Oslo nach Triest geschippert, und von dort aus nach Ingolstadt gepumpt? Kann man natürlich auch machen, aber sinnvoll geht irgendwie anders.
 
Die Hinweise auf Norwegen finde ich nicht mehr. Möglicherweise sind es die 5% die auf diesem Schaubild fehlen:


In Triest wird ausschließlich Öl von Tankern gesammelt und weiter nach Norden gepumpt. So habe ich das gelesen.

Der Raum Berlin Brandenburg muss wahrscheinlich früher oder später auch einen Teil der Menge des zu verarbeiteten Rohöls aus dem Westen bekommen.


Lufthansa hat da auch schon ein paar Lösungsansätze die zeitnah beschlossen werden sollten:

 
Die TAL geht theoretisch bis nach Karlsruhe:

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Die TAL kann die Druschba Süd entlasten, aber nicht ersetzen. Druschba Nord wird seit dem Ukrainekrieg über die Ostsee mit Tankerfeed entlastet, aber Schwedt und Leuna sind auf die Sorte Erdöl eingestellt, die in Zentralasien aus dem Boden kommt. Aktuell bezieht man Erdöl auf Kazakhstan über die Drushba Nord. Die Ungarn und Slowaken kaufen Öl aus Russland über die Druschba Süd.


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Druschba Nord ist seit 01. Mai. 2026 aus Richtung Kasachstan trocken. Siehe #12.


Es wird zwar mit Russland verhandelt, aber Polen möchte auch mitmischen und an PCK dafür beteiligt werden.

Weil es um viel geht, wird das wie in Hormus aber auch eine Weile dauern…
 
Schwedt braucht ca 9-10 millionen Tonnen, 6 davon kommen bereits aus Rostock. Wenn über Danzig auch Tanker in den letzten Teil der Druschba einspeisen kommt es nicht zum kompletten Ausfall. Auch kann sehr viel mehr über Rostock kommen. Dazu gibt es seit einigen Jahren bereits eine Lösung an der gearbeitet wird:

Denn schon jetzt fließen rund 6,3 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr von Rostock zur Raffinerie nach Schwedt. Dabei handelt es sich um Öl, das über den Seeweg nach Deutschland kommt. Doch die 60 Jahre alte Leitung arbeitet jetzt schon am Limit. Um die Kapazität zu steigern, müsste sie modernisiert werden.
[...]Vielmehr solle die bestehende Pipeline aus Rostock nur ausgebaut werden.
Die Kapazität könnte so auf bis zu neun Millionen Tonnen Öl gesteigert und der Ausfall aus Kasachstan mehr als ausgeglichen werden, sagt der Chef von Rostock Port Gernot Tesch. Trotzdem will auch er lieber einen Neubau. "Wir würden uns sogar noch mehr freuen, wenn eine neue Pipeline gebaut werden würde, weil die dann neben dem alten Strang sofort Schwedt versorgen könnte. Von Schwedt gibt es eine Verbindung runter nach Leuna. Auch die zweite Raffinerie könnte dann von uns beliefert werden", erklärt Tesch.

 
EASA macht den Weg für den Import von Jet A in die EU frei.



Und hier eine recht gute Zusammenfassung der Raffinerien und Lagerstätten in Bayern:

 
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