Technikfrage: Haifischhaut

Chris99

Mitglied
Mal eine technische Frage: Vor Jahren geb es mal Versuche auf die Außenhaut der Flieger eine Folie zu kleben, die wie Haifischhaut strukturiert war. Damit ergaben sich geringe Einsparungen (3% oder so ??) im Langstreckenbereich.

Weiß jemand, wie es mit dieser Technik bestellt ist? Wird das zwischenzeitlich eingesetzt??

Danke für die Antworten!!
 
ich kann ja nur mutmaßungen anstellen.
es gab' ein paar versuche an ein paar langstreckenfliegern, aber die einsparung stand wohl in keinem verhältnis zum aufwand (war zwar nur so eine art folie, aber dennoch sehr pflegebedürftig). andere techniken haben sich da wohl deutlich effiktiver gezeigt (bsp gewichtsersparnis durch neue werkstoffe - siehe auch 787 usw usw). auch war wohl der effekt an sich nicht so stark wie ursprünglich berechnet/angenommen. was nicht heißt da nichts mehr gemacht wird, ist aber wohl für's erste wieder im labor verschwunden.

Saigor
 
soweit ich weiß, hat man nicht tatsächlich haifischhaut kopiert, sondern einfach nur flugzeuge mit einer gerillten folie beklebt, da eine leicht rauhe oberfläche einen geringeren strömungswiderstand aufweist als die sonst glatte außenhaut. als vorbild dienten haie, die eben keine aalglatte haut haben (daher heißen sie ja auch haie und nicht aale ;D).
wie es damit derzeit aussieht, weiß ich auch nicht, aber schon seit langem haben doch flügel eine ähnliche spezielle beschichtung.
eine andere methode wurde außerdem getestet, in der luft an besonders turbulenzerzeugenden stellen von flugzeugen durch die außenhaut nach innen abgesogen wurde. schätze aber mal, dass das noch teurer wäre als eine folie. allein die gesamte flugzeughaut mit lasern zu durchlöchern, ist ja schon ein ziemlicher aufwand.
 
Hallo,

ich befasse mich berufsmäßig mit Mikro- und Nanostrukturen.
die optimal strukturierten Oberflächen (Mikrometerstrukturen) zur Erzielung von geringen Luftwiderstandsbeiwerten und zur Selbstreinigung (Lotuseffekt) haben großer Probleme bei der Einführung. Zum einen ist das Haftproblem der Folien bei Flugzeugen ein thermisches Problem. Flugzeuge müssen kurzzeitig Temperaturwechsel von 90 grd oder mehr überstehen (+40 bis -50C). Da treten Spannungen auf an der Folienunterseite (Kleber), was zum Lösen führen kann.
Beim Lotuseffekt (Selbstreinigung durch Regen) stören leider jegliche Chemikalien, die zur Reinigung oder zur Eisbefreiung eingesetzt werden, denn das Ganze beruht auf der Oberflächenspannung, die durch optimale Strukturierung aufgebaut wird. Noch dramatischer wird das mit Haushaltsoberflächen, wenn die Hausfrau (oder der Hausmann) Partikel enthaltende Scheuermittel einsetzt. Dann ist der Effekt ganz getötet.
Die Euphorie in der Industrie zu beiden Effekten ist derzeit völlig gedämpft.

MfG

Airforce 1
 
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