Frage zum Routing

ETSF

Mitglied
Servus am Sonntag :)

Ich vermute, dass der direkte Flugweg von Bukarest nach München vermutlich durch österreichischen Luftraum verläuft.
Der gestrige Flug LH3481 OTP-MUC (CRJ700) jedoch musste nach Norden (CZ) ausweichen, da es hiess, der österreichische Luftraum sei voll.

Wie häufig kommt so etwas vor?
Wer hier kann mir evtl. etwas über den gestrigen Flugverlauf sagen?

Danke vorweg schonmal :) und Gruss aus ETSF
 
.......................... jedoch musste nach Norden (CZ) ausweichen, da es hiess, der österreichische Luftraum sei voll.

Wie häufig kommt so etwas vor? ..........................

Öfter als uns und den Airlines lieb ist - und mit steigenden Zahlen auch wieder häufiger. Die Gründe für eine Überlast in einem Sektor sind vielfältig, von Krankheit (das bspw Sektoren nicht geöffnet werden können) über technische Probleme, Wetter. Hier kannst auf die deutschen Julizahlen mal einen Blick werfen. Slotten ist etwas alltägliches (heute in MUC wieder wegen Nebel, gestern wegen Gewitter).
Bei der Route können sicher die Centerkollegen helfen. ;)

Servus

Saigor
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie häufig kommt so etwas vor?
Wer hier kann mir evtl. etwas über den gestrigen Flugverlauf sagen?

Da die restriktierenden Gebiete idR relativ kleinräumig sind und zugleich der Luftrauch auch vertikal teilweise stark sektorisiert ist kann man einer wirklich störenden Restriction (bei 10-15 Minuten wird normalerweise nichts gemacht) auf zwei Weisen entkommen:

- Filen eines 'lower levels', zumindest für Teile der Strecke. Das hat den Vorteil, dass der Flugplan meistens gleichbleibt und sich die Auswirkungen spritmässig meist in Grenzen halten. Denn immerhin kann es sein, dass ein pünktlicher Slot erst wenige Minuten vor Abflug so schlecht wird, dass man deswegen umfilen muss und dann nachzutanken (mit Paxen ab Bord) ist auch schwierig.

- Sollte sich auf der vertikalen Schiene nichts erreichen lassen, muss man abwägen wie weit man die betreffenden Sektoren umfliegen muss, um slotfrei zu werden. Sollte sich durch einen Umweg von 30 Minuten ein 60 Minuten Slot verhindern lassen und dadurch einige Connexe ermöglicht werden bzw. andere operationelle Probleme (Duty Time, Curfew) abzuwenden sein, dann wird man das in aller Regel machen, allerdings nur in Absprache mit der Crew, denn s.o.: Für ein Re-Routing wird normalerweise nachgetankt werden müssen und der dadurch nötige Delay kann schnell den Vorteil des slotfreien Fliegens aufheben.

Glücklich der, der ein Dispatch mit guten Leuten im Hintergrund hat. Bei uns gibt es eigene Arbeitsplätze, die sich nur um Slotprobleme kümmern und dazu direkt mit der CFMU in BRU vernetzt sind. Aufgrund der Erfahrung der Kollegen ist es meisten innerhalb von Minuten möglich, die Sinnhaftigkeit einer Änderung des FPL zu klären und ggf. umzusetzen. Es gibt aber auch Tage, an denen man mit 45 Minuten Slotdelay anruft und gleich mit 'Nur 45 Minuten - Sie haben's gut!' begrüßt wird und somit feststeht, dass 'Aussitzen' angesagt ist.

Gruß MAX
 
Die Gründe für eine Überlast in einem Sektor sind vielfältig, von Krankheit (das bspw Sektoren nicht geöffnet werden können) über technische Probleme, Wetter.

Nicht zu vergessen, daß AUSTROCONTROL vor allem ein Personalproblem hat, welches sie u.a. der DFS zu verdanken haben. Denn die hat schließlich aufgrund ihres eigenen Versagens in der Personalplanung der letzten Jahre den ein oder anderen Lotsen in Wien als 'ready-entry' abgeworben.
Ist halt auch eine Möglichkeit, um im innereuropäischen Vergleich der FS-Anbieter gut dazustehen...
 
Nicht zu vergessen, daß AUSTROCONTROL vor allem ein Personalproblem hat, welches sie u.a. der DFS zu verdanken haben. Denn die hat schließlich aufgrund ihres eigenen Versagens in der Personalplanung der letzten Jahre den ein oder anderen Lotsen in Wien als 'ready-entry' abgeworben.
Ist halt auch eine Möglichkeit, um im innereuropäischen Vergleich der FS-Anbieter gut dazustehen...

Dann musst du aber auch erzählen, dass die DFS mehrere Jahre lang deutsche Lotsen an Austrocontrol ausgeliehen hat, um ein wenig 'auszuhelfen'. Diese Leiharbeiter sind nun nach Deutschland zurückgekehrt, und Austro hat es nicht geschafft, in der Zwischenzeit genügend eigene Leute auszubilden.
 
Stimmt, 4 oder 5 Kollegen/-innen aus Frankfurt waren in Wien; aus München durfte keiner gehen.
Aber das macht das Ganze ja noch bizarrer: erst hilft man, dann wirbt man ab...

Ich habe ja nicht behauptet, daß AUSTRO in Sachen Personalplanung und -entwicklung besser ist als die DFS. Sagen wir mal so: die Fähigkeiten diesbezüglich sind beiderseits ähnlich ausgeprägt! :shut:
Und das wird sich nächstes Jahr dann erst richtig zeigen, wenn verschiedene Faktoren aufeinander treffen. Dann geht der DFS auch der A.... auf Grundeis, wenn zu den Einführungen verschiedener neuen Systeme (PSS in M, VAFORIT in KA) die Verkehrszahlen auf 'alte' Höhen (oder sogar mehr) steigen.

Vielleicht bietet dann ja vielleicht auch eine andere FS-Organisation interessante Bedingungen für ausgebildete Lotsen... :cool:
 
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