munich
Schneekönig
Vom Unterbuttern und Aufstreichen
Schon mal versucht, einen Politiker davon zu überzeugen, dass er mit seiner Sichtweise völlig daneben liegt? Das ist in etwa so schwer, wie in einer Diskussion mit oder gegen die eigene Ehefrau zu bestehen (Thema? Jedes!). Also ziehen wir den Hut vor dem Kampfesmut des Hans Rudolf Wöhrl, dessen Gattin Bundestagsabgeordnete ist und nun auch noch Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Wie wohl das Frühstück bei Wöhrls abläuft?
Er: "Schadds, reichst du mir bidde die Konfidüre?" (Anmerkung der Red.: Zum einfacheren Verständnis verzichten wir ab jetzt auf den fränkischen Wohlklang.) Sie: "Nur, wenn du deine Jets bei Airbus kaufst."
Er: "Geht nicht mehr, die Bestellung ist schon raus. Könnte ich jetzt die Kon..."
Sie: "Dann storniere sie."
Er: "Bei Boeing? In USA?"
Sie: "Oder bei OBI, wenn du sie da gekauft hast. Schau auf den Bestellzettel. Da wird die Adresse schon draufstehen."
Er: "Natürlich habe ich bei Boeing geordert. Die DBA fliegt seit Jahren mit Boeing. Da haben wir unser technisches Know-How."
Sie: "Dann müssen eure Piloten eben flexibler werden."
Er: "Ich kann die jetzt nicht zur Umschulung schicken. Wir haben täglich 200 Flüge."
Sie: "Stelle neue Leute ein. Freut sich Kollege Münti."
Er: "Münti? Seit wann nennst du den denn Münti?"
Sie: "Du, der macht `nen guten Job, der Münti. Gibst du mir die Butter?"
Er: "Äh ja hier. Ähem, kann ich jetzt die Konfitüre?"
Sie: "Was ist jetzt mit Airbus?"
Er: "Vergiss es!"
Sie: "Aber Airbus braucht den Auftrag. Nein, die EU braucht ihn."
Er: "Die EU?"
Sie: "Die geht vor die Hunde, wenn jetzt auch noch ihr Paradepferd schwächelt."
Er: "Die EU ist pleite?"
Sie: "Ja, hat mir ein Kommissär gesteckt. Ohne Airbus-Auftrag ist alles aus."
Er: "Nicht mehr zu retten?"
Sie: "Nein, vergiss es, Hans, die EU ist nicht die DBA. Die EU kannst du nicht für einen Euro kaufen."
Er: "Mehr hab` ich nicht."
Sie: "Aber Milliarden Euro für 40 Airbus-Jets ausgeben wollen, ts-ts-ts."
Er: "Für Boeing-Maschinen; 737 Next Generation."
Sie: "Hübscher Name, aber Airbussard ist schöner!"
Er: "Airbussard?
Sie: "Deine 40 neuen Maschinen, schon vergessen?"
Er: "Ich kann bei Boeing nicht stornieren. Boeing - das bedeutet USA. Ich leg` mich doch nicht mit Bush an."
Sie: "Nennen wir die Maschinen halt Air-Bush. Mei das würde ihn freuen. Schatz, hier die Konfitüre. Scha-haaatz?"
Das ist der Moment, in dem Wöhrl die Küche verlässt. Jetzt ist er gewappnet für die Tarifverhandlungen mit dem inzwischen heißgeliebten DBA-Betriebsrat und den Gewerkschaften. Gut möglich, dass er nebenbei noch Air Berlin-Chef Hunold ein paar Jets verkauft und sogar FMG-Chef Kerkloh das Versprechen rausleiert, die Startbahnen im Moos endlich zu beheizen. In fünf Jahren muss das Standard sein, wenn die 40 Airbush` im Moos landen sollen.
Der Luftikus, ein etwas abgehobener Zeitgenosse, kümmert sich für die Flughafenseite um Themen, die völlig aus der Luft gegriffen sind.
mm 25.11.2005
Schon mal versucht, einen Politiker davon zu überzeugen, dass er mit seiner Sichtweise völlig daneben liegt? Das ist in etwa so schwer, wie in einer Diskussion mit oder gegen die eigene Ehefrau zu bestehen (Thema? Jedes!). Also ziehen wir den Hut vor dem Kampfesmut des Hans Rudolf Wöhrl, dessen Gattin Bundestagsabgeordnete ist und nun auch noch Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Wie wohl das Frühstück bei Wöhrls abläuft?
Er: "Schadds, reichst du mir bidde die Konfidüre?" (Anmerkung der Red.: Zum einfacheren Verständnis verzichten wir ab jetzt auf den fränkischen Wohlklang.) Sie: "Nur, wenn du deine Jets bei Airbus kaufst."
Er: "Geht nicht mehr, die Bestellung ist schon raus. Könnte ich jetzt die Kon..."
Sie: "Dann storniere sie."
Er: "Bei Boeing? In USA?"
Sie: "Oder bei OBI, wenn du sie da gekauft hast. Schau auf den Bestellzettel. Da wird die Adresse schon draufstehen."
Er: "Natürlich habe ich bei Boeing geordert. Die DBA fliegt seit Jahren mit Boeing. Da haben wir unser technisches Know-How."
Sie: "Dann müssen eure Piloten eben flexibler werden."
Er: "Ich kann die jetzt nicht zur Umschulung schicken. Wir haben täglich 200 Flüge."
Sie: "Stelle neue Leute ein. Freut sich Kollege Münti."
Er: "Münti? Seit wann nennst du den denn Münti?"
Sie: "Du, der macht `nen guten Job, der Münti. Gibst du mir die Butter?"
Er: "Äh ja hier. Ähem, kann ich jetzt die Konfitüre?"
Sie: "Was ist jetzt mit Airbus?"
Er: "Vergiss es!"
Sie: "Aber Airbus braucht den Auftrag. Nein, die EU braucht ihn."
Er: "Die EU?"
Sie: "Die geht vor die Hunde, wenn jetzt auch noch ihr Paradepferd schwächelt."
Er: "Die EU ist pleite?"
Sie: "Ja, hat mir ein Kommissär gesteckt. Ohne Airbus-Auftrag ist alles aus."
Er: "Nicht mehr zu retten?"
Sie: "Nein, vergiss es, Hans, die EU ist nicht die DBA. Die EU kannst du nicht für einen Euro kaufen."
Er: "Mehr hab` ich nicht."
Sie: "Aber Milliarden Euro für 40 Airbus-Jets ausgeben wollen, ts-ts-ts."
Er: "Für Boeing-Maschinen; 737 Next Generation."
Sie: "Hübscher Name, aber Airbussard ist schöner!"
Er: "Airbussard?
Sie: "Deine 40 neuen Maschinen, schon vergessen?"
Er: "Ich kann bei Boeing nicht stornieren. Boeing - das bedeutet USA. Ich leg` mich doch nicht mit Bush an."
Sie: "Nennen wir die Maschinen halt Air-Bush. Mei das würde ihn freuen. Schatz, hier die Konfitüre. Scha-haaatz?"
Das ist der Moment, in dem Wöhrl die Küche verlässt. Jetzt ist er gewappnet für die Tarifverhandlungen mit dem inzwischen heißgeliebten DBA-Betriebsrat und den Gewerkschaften. Gut möglich, dass er nebenbei noch Air Berlin-Chef Hunold ein paar Jets verkauft und sogar FMG-Chef Kerkloh das Versprechen rausleiert, die Startbahnen im Moos endlich zu beheizen. In fünf Jahren muss das Standard sein, wenn die 40 Airbush` im Moos landen sollen.
Der Luftikus, ein etwas abgehobener Zeitgenosse, kümmert sich für die Flughafenseite um Themen, die völlig aus der Luft gegriffen sind.
mm 25.11.2005
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