Bei der Codierung von SIDs gibt es 3 Varianten:
1. Eine rein konventionelle SID (so wie früher): 'At 3 DME 'ABC' turn right Heading 180°, intercept radial 210° 'DEF', climb 5.000 ft'.
2. Eine konventionelle SID mit einem RNAV-Overlay-Procedure. Da steht dann der obige Text in der Karte und danach die entsprechende FMS-Kodierung, die aus konventionellen 'Legs' und reinen RNAV-Punkten (DM123) bestehen kann.
3. Eine RNAV standalone SID, hier werden nur noch kryptische Waypoints aneinander gereiht. Z.B. die ANKER-SIDs in MUC oder alle RNAV-SID ins ZRH oder CDG.
In jedem Fall muss die FMS-Kodierung beim Departure-Briefing mit der Karte verglichen werden, was bei 2. + 3. relativ einfach ist. Bei Conventional SIDs muss mittels MAP-Display und Bearing/Distance die Plausibilität für jedes Leg der SID überprüft werden.
Laut unserem OM müssen RNAV-SIDs strictly according FMS abgeflogen werden, Overlay-SIDs ebenfalls. Bei letzteren darf allerdings bei 'erheblichen Abweichungs' manuell eingegriffen werden.
Das ist mal wieder Gummi pur und öffnet einer Fluglärm-Beschwerde Tür und Tor. Denn einerseits kann es bei Overlay vorkommen, dass obwohl die sind Kodierungen richtig programmiert ist nicht das gemäß Textbeschreibung fällige Verfahren abgeflogen wird. Beispiel hierfür die MIQ-SIDs auf der 08L. Gemäß Text geht es geradeaus bis 2 DME 'DMN' und 1900 ft WEL, dann LT direct 'MIQ'.
Im FMS ist laut aber laut RNAV-Description ein Intercept eines QDM nach MIQ hinterlegt, das dann auch noch regelmäßig überschossen wird. Ist das also eine erhebliche Abweichung?!
Conventionals werden schlussendlich auch konventionell geflogen. Meistens passt das was im FMS ist so halbwegs, zumal bei einer solchen SID ja auch etwas mehr Toleranz akzeptabel sein muss. Wenn das FMS allerdings erheblich abweicht wie z.B. in LHR (da gibts erstaunlicherweise nur 'Conventional SIDs', dann muss entweder per HDG-Mode geflogen werden oder bei 'Manual Flight' muss man einfach durch den Flight Director durchschauen und selbst turnen/intercepten. Wie früher halt
Zu der Frage nach den Turns: Die FMS-Codierung macht ja die Flugsicherung des jeweiligen Landes und veröffentlicht diese per AIP. Dabei gibt es die Möglichkeit, einzelne Waypoints als 'Overfly' Waypoint zu designieren, d.h. der Turn wird erst nachdem man direkt über dem Waypoint ist begonnen. Ansonsten würde das FMS den Turn abhängig von der Speed, Höhe und dem fälligen Kurswechsel so früh beginnen, dass man direkt ohne Intercept und Overshoot auf dem neuen Kurs ausrollt.
Gruß MAX